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Das Ziel unserer Lehrerwerbekampagne ist klar definiert: Menschen für den Lehrerberuf in Sachsen begeistern, um dem akuten Lehrermangel entgegenzuwirken. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein breit angelegtes Marketing unerlässlich. Denn so schaffen wir Sichtbarkeit und gewinnen wertvolle Menschen für diesen wunderbaren Beruf.  

 

Da der Klimawandel auch vor Sachsen nicht Halt macht, stellt sich uns natürlich die Frage: Wie nachhaltig sind wir eigentlich in unseren Werbemaßnahmen? Denn auch wenn Werbemittel ein ehrenwertes Ziel verfolgen, haben sie meist nur eine kurze Lebensdauer und stellen somit eine Belastung für die Umwelt dar. Genau an dieser Schwachstelle setzt das Konzept des Recyclings beziehungsweise Upcyclings an – ein kreativer und nachhaltiger Ansatz, der nicht nur Deponien entlastet, sondern auch wertvolle Ressourcen einspart und dadurch unsere Natur schont. 

Aus Werbebannern werden Taschen und Federmäppchen

Zu unseren Marketingmaßnahmen gehören neben nützlichem Merch für den Schulalltag und Infomaterial zum Studium auch Werbebanner an öffentlichen Orten. Solche Banner haben wie wir zuletzt im Winter in den sächsischen Skigebieten platziert. Nach der Wintersaison hatten diese Werbemittel dann aber schnell ausgedient. 

 

Wir haben uns daraufhin unserer sozialen und ökologischen Verantwortung gestellt und unseren ausgedienten Bannern aus dem Winter ein neues Leben geschenkt: Entstanden sind neben Umhängetaschen auch Federmäppchen für den täglichen und hoffentlich dauerhaften Einsatz im Schulalltag. Diese neuen nachhaltigen Werbemittel wurden zudem integrativ in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) zusammengenäht. So leisteten unsere Werbebanner nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen sozialen Beitrag. Im Rahmen eines Social Media Gewinnspiels wurden die Upcycling-Produkte pünktlich zum Schulbeginn unter allen Teilnehmenden verlost. 

 

Ihr habt davon nichts mitbekommen? So sehen unsere nachhaltigen Schmuckstücke aus den alten Werbemitteln aus:

Federmäppchen und Tasche aus recycelten Bannern
Recycelte Mäppchen und Taschen
Federmäppchen und Tasche aus recycelten Bannern
Recycelte Federmäppchen und Tasche

Der Lehrermangel betrifft alle Fächer und Schularten in Sachsen, doch in einem Bereich ist er besonders dramatisch: den MINT-Fächern. Und doch gibt es sie, die jungen, frischen und modernen Lehrer, die die Schönheit des logischen Denkens an neue Generationen weitergeben wollen. Einer von ihnen ist Carsten Albert, der gerade am Leibniz-Institut (IFW) in Dresden promoviert. Warum er Physik und Mathematik auf Lehramt studiert hat, aus welchen Gründen Sachsen für ihn als Wohnort alternativlos ist und wie er als erster Lehramtsstudent überhaupt den Dresden Excellence Award gewonnen hat, erfahrt ihr hier.

Physik und Mathematik auf Lehramt: Fachliches trifft Soziales

Carsten Albert ist ein junger Mann von Mitte 20, der eine angenehme Ruhe ausstrahlt – und eine spürbare Leidenschaft für seinen Beruf. Im Gespräch über sein Lehramtsstudium in den MINT-Fächern Physik und Mathematik und seine Promotion wird schnell klar: Er weiß, wovon er spricht, wo er herkommt und wohin er will.

 

Geboren und aufgewachsen im Vogtland, zieht Carsten 2015 in die sächsische Landeshauptstadt, um an der TU Dresden Physik zu studieren. Ein Jahr später wechselt er an derselben Universität auf Lehramt und wählt Mathematik als zweites Fach: „Physik hat mich schon immer fasziniert, deshalb habe ich damit angefangen. Mathe und Physik waren schon in der Schule meine Lieblingsfächer und ich hatte sie als Leistungskurse. Schon während meiner Schulzeit habe ich gerne Prüfungsvorbereitungskurse für meine Mitschüler abgehalten oder Nachhilfe gegeben.“

 

Als Carsten im ersten Semester Physik studiert, merkt er schnell, dass ihm die soziale Komponente des Erklärens und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fehlen. Das Lehramt für Physik und Mathematik war für ihn die perfekte Lösung, um das Fachliche mit der für ihn wichtigen sozialen Aspekten zu verbinden. Aus fachlichem Interesse schloss Carsten parallel zu seinem Lehramtsstudium den Bachelor in Physik ab.

 

Und warum Dresden? „Dafür gab es mehrere Gründe, aber vor allem die Nähe zu meinem Heimatort und meinen Eltern. Die attraktive Stadt und der gute Ruf der Universität waren weitere Faktoren, die für Dresden sprachen.“

 

Seine Studienzeit in der Elbstadt beschreibt er dank des vielfältigen Kultur- und Freizeitangebots als „rundum schön“. Auch die TU Dresden selbst sei empfehlenswert – vor allem in den Fächern Mathematik und Physik. „Außerdem ist Dresden ein florierender Wissenschaftsstandort. Aus all diesen Gründen und wegen meiner aktuell laufenden Promotion steht es aktuell nicht zur Diskussion, die Region zu verlassen“, ergänzt der angehende Lehrer.

MINT: Lösungen für die komplexen Probleme unserer Zeit?

An den Naturwissenschaften fasziniert Carsten vor allem „die klare Logik“. Er selbst sei ein strukturierter Denker, was gut zu den Fächern passe: „Sie erfordern das Verständnis von Konzepten und bieten oft die Möglichkeit, komplexe Probleme auf grundlegende Prinzipien zurückzuführen. Es sind keine reinen ‚Auswendiglernfächer‘. Das Schöne ist, dass man durch die MINT-Fächer lernt, dass komplexe Dinge in sich logisch aufgebaut sind.“

 

Ob Klimawandel, Hungersnöte oder Bevölkerungswachstum: Die jungen Generationen sehen einer Zukunft voller Krisen entgegen. Wo liegen die Lösungsansätze? „Zu einem großen Teil in den Inhalten der MINT-Fächer“, sagt Carsten. Aber warum? Er nennt zwei Hauptgründe:

 

„Erstens sind die MINT-Fächer eine Art Denkschule. Das gilt vor allem für die Mathematik. Neben dem Lernen von Inhalten geht es darum, wie man Probleme angeht und löst. Man erwirbt viele übergeordnete Fähigkeiten, die sich nicht nur auf die Inhalte beschränken“, so der angehende Physik- und Mathematiklehrer: „Und zweitens sind MINT die Basis für alle Technologien von heute und morgen.“

 

Angesichts der vielfältigen Herausforderungen, vor denen wir stehen, sei ein technologischer Ansatz in vielerlei Hinsicht unverzichtbar: „MINT ist die Basis für diese Technologien.“

Wie sich Lehrtätigkeit und Bildungsforschung vereinen lassen

Carstens Leidenschaft für die MINT-Fächer und den Lehrerberuf spiegelt sich auch in seinem Engagement in diesem Bereich wider: „Die Arbeit im Bildungsbereich macht mir sehr viel Spaß. Ich interessiere mich nicht nur für das Unterrichten, sondern auch für die Forschung.“

 

Bereits während seines Studiums arbeitet Carsten deswegen als studentische Hilfskraft am Leibniz-Institut* für Festkörper- und Werkstoffforschung in der Wissenschaftskommunikation. Nach Carstens Staatsexamen bietet ihm das Institut in einer besonderen Kooperation mit der TU Dresden und dem von Bund und Ländern geförderten Exzellenzcluster ct.qmat eine Promotion im Bereich der Bildungsforschung mit dem Schwerpunkt Physikdidaktik an. „Normalerweise steht das Institut für Physik- und Materialforschung, aber indem es die Forschung in diesem Bereich unterstützt, fördert es langfristig auch den eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs und stärkt die Wissenschaftskommunikation.“

Als Forschungsthema hat er sich die Vermittlung von Quantenphysik in der Schule ausgesucht. Das Thema habe er während seiner Staatsexamensarbeit entdeckt und als äußerst spannend empfunden. Sein Forschungsziel: die Entwicklung eines Lehrkonzepts, um jungen Schülern, insbesondere der 9. Klasse, die Grundlagen der Quantenphysik zu vermitteln: „Die Chance, die mir das Leibniz-Institut  zusammen mit der Professur für Didaktik der Physik an der TU Dresden und dem Exzellenzcluster ct.qmat bietet, aktiv an der Gestaltung zukünftiger Bildung mitzuwirken, musste ich daher einfach nutzen. Zumal ich durch meine Forschung mit vielen verschiedenen Schulen zusammenarbeiten kann, was ich bereichernd finde.“

Wichtiges Zeichen: Die Verleihung des Dresden Excellence Award

Carstens Einsatz für die MINT-Fächer an sächsischen Schulen wurde bereits mehrmals ausgezeichnet. Im Frühjahr 2023 wurde er vom Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert mit dem Dresden Excellence Award speziell für seine Abschlussarbeit im ersten Staatsexamen ausgezeichnet: „Ich war der erste Lehramtsstudent, der diesen Preis bekommen hat. Das zeigt, dass das Lehramtsstudium, obwohl es manchmal von anderen Studiengängen unterschätzt wird, auch fachliche Anerkennung verdient und bekommen kann“, meint Carsten.

 

Kurz zuvor bekam er die Victor-Klemperer-Urkunde verliehen: Eine Auszeichnung für hervorragende Studienleistungen als einer der besten Absolventen des Studienjahres 2021/2022 am Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB), verliehen von der Rektorin der TU Dresden, Prof. Dr. Ursula M. Staudinger.

Tipps für das Studium der MINT-Fächer auf Lehramt

Ob er einen Tipp für diejenigen hat, die über ein MINT-Lehramtsstudium nachdenken? „Früh übt sich! Denn unsere Abbrecherquoten sind ein großes Problem.“ Außerdem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Organisation eine Herausforderung sein kann: „Das Lehramtsstudium sollte nicht unterschätzt werden, genauso wie der Lehrerberuf insgesamt nicht unterschätzt werden darf“, empfiehlt Carsten: „Es braucht mehr Anerkennung für den Lehrerberuf, aber insbesondere auch für das Studium der MINT-Fächer auf Lehramt. Das Studium ist durch die Kombination von zwei Fächern und den Bildungswissenschaften fachlich hoch anspruchsvoll.“

 

Während des Studiums hat er selbst bereits an einer benachbarten Schule angefangen, Nachhilfe in Mathematik im GTA-Bereich zu geben. „Das Studium an der Universität bleibt theoretisch, auch wenn es Praktika gibt. Die wöchentliche Arbeit in der Schule hat mir geholfen, in der Schulpraxis und im Rhythmus des Erklärens zu bleiben.“ Die Lehrerschaft sei sehr offen gewesen und habe ihn direkt eingebunden.

 

Im vergangenen Schuljahr hat er neben dem allgemeinen Förderunterricht sogar die Begabtenförderung an dieser Schule übernommen. Ab diesem Schuljahr stellt er sich einer neuen Herausforderung und übernimmt eine 8. Klasse in Mathematik: „Anstatt des Förderunterrichts werde ich nebenberuflich einen regulären Lehrauftrag an einem Dresdner Gymnasium im Rahmen der Unterrichtsversorgung übernehmen, um Unterrichtserfahrung zu sammeln“, erzählt Carsten und ergänzt: „So helfe ich außerdem dabei, den Unterrichtsausfall aufgrund des Lehrermangels zu reduzieren.“

* Die Leibniz-Institute sind ein Zusammenschluss von 97 Instituten aus ganz Deutschland, darunter rechtlich, wissenschaftlich und wirtschaftlich selbstständige Forschungseinrichtungen.

Du interessierst dich für das MINT-Lehramt?

Machen wir uns nichts vor: Mathematik gehört oft nicht zu den Lieblingsfächern der Schülerinnen und Schüler. Das wiederum kann die spätere Wahl der Unterrichtsfächer beeinflussen, wenn sich junge Menschen für ein Lehramtsstudium entscheiden. Und doch ist das Studium der Mathematik auf Lehramt eine wertvolle Reise, an deren Ende man andere für diese außergewöhnliche Wissenschaft begeistern kann. 

Warum Mathematik auf Lehramt studieren? 

Als Mathematiklehrerin oder -lehrer spielst du eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung junger Menschen. Du vermittelst ihnen nicht nur mathematische Kompetenzen, sondern schärfst auch ihr logisches Denken, was ihnen in anderen Lebensbereichen von großem Nutzen sein wird. Deine Arbeit basiert dabei auf theoretischen Konzepten und erfordert ebenso die Fähigkeit, den Schülerinnen und Schülern komplexe Ideen verständlich nahezubringen. 

Schwerpunkte des Studiums

Von der Zahlentheorie und Algebra über die Analysis und Geometrie bis hin zur Statistik: Während des Studiums beschäftigst du dich intensiv mit allen grundlegenden Disziplinen der Mathematik, um ein solides Verständnis für ihre Struktur und Anwendungen zu entwickeln. 

 

Darüber hinaus bereitet dich das Mathematikstudium auf Lehramt auch auf die pädagogische Seite des Faches vor. So lernst du, den Unterricht effektiv und kreativ zu gestalten, den Lehrplan zielorientiert umzusetzen und dabei auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzugehen. Auch didaktische Methoden und der Einsatz moderner Lehrmittel spielen eine wichtige Rolle.  

Praktische Erfahrung vor und während des Studiums

Erfahrene Lehrkräfte empfehlen, bereits vor dem Studium praktische Erfahrungen zu sammeln. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen: Mit einem FSJ Pädagogik kannst du schon vor Studienbeginn testen, ob der Lehreralltag etwas für dich ist.

  

Aber auch während des Studiums kannst du Erfahrungen sammeln, zum Beispiel durch die vorgesehenen Blockpraktika. Aufgrund des hohen Lehrerbedarfs ist es sogar möglich, nach dem Staatsexamen ohne Referendariat eine Mathematikklasse zu übernehmen. 

Berufsaussichten

Mathematik wird in Sachsen an allen gängigen Schularten unterrichtet: von der Grundschule über das Gymnasium bis hin zur Förderschule. Aufgrund des akuten Lehrermangels in den MINT-Fächern hast du zudem gute Chancen, an deiner Wunschschule unterzukommen – egal ob auf dem Land oder in der Stadt. 

Dein gesellschaftlicher Beitrag als Mathematiklehrer

Das Studium der Mathematik auf Lehramt mag anspruchsvoll sein, aber die persönlichen Belohnungen sind unbezahlbar: Indem du Schülerinnen und Schülern hilfst, mathematische Konzepte zu verstehen und ihre logischen Fähigkeiten zu verbessern, leistest du einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaftsbildung. 

Mathematik ist zudem eine Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird; als Mathematiklehrerin oder -lehrer wirst du anderen diese universelle Sprache beibringen und ihnen weltweit Türen öffnen.  

 

Das Studium der Mathematik auf Lehramt ist eine Chance, diese Welt noch tiefer zu erkunden und die nächste Generation für diese wunderbare und bedeutende Wissenschaft zu begeistern. 

Wo du in Sachsen Mathematik studieren kannst, erfährst du hier:

Rietschen – Die Gemeinde im Landkreis Görlitz liegt ganz im Osten des Freistaates Sachsen. Herrliche Natur vor der Haustür, Berlin und Polen sind nicht weit. In diesem geografischen Umfeld liegt die Hans-Fallada-Schule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung – ein Alleinstellungsmerkmal für die Region. Damit dieses Merkmal erhalten bleibt, braucht die Schule dringend Unterstützung. 

Auf 90 Schülerinnen und Schüler kommen an der Hans-Fallada-Schule 14 Lehrkräfte, acht pädagogische Fachkräfte und eine Schulassistenz. Das klingt viel, ist aber angesichts der zusätzlichen Herausforderungen, die eine Förderschule mit sich bringt, ausbaufähig. Hinzu kommt, dass im nächsten Jahr drei Lehrkräfte die Schule in den Ruhestand verlassen werden, was den Bedarf an zusätzlichen Lehrkräften weiter erhöht.

 

 

Dass das Wort Engagement an der Hans-Fallada-Schule großgeschrieben wird, zeigt auch die Beteiligung an unserem Interview: Neben dem Schulleiter Ronny Selbiger sind Frau Monden (stellvertretende Schulelternsprecherin und Mitglied der Schulkonferenz), Frau Gresens (junge Lehrerin für Sport, Biologie, Englisch und Teil der Schulkonferenz) sowie Leon (8. Klasse, Schülersprecher) anwesend. Sie alle eint der gemeinsame Wunsch: neue Lehrer für ihre Schule, da die Förderschülerinnen und -schüler sonst „durchs Raster fallen“. 

„Ein Buch, ein Stift, ein Kind und ein Lehrer können die Welt verändern.“

LEHRERIN SACHSEN: Eure Schule hat den Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung – was bedeutet das? 

 

Frau Gresens: Wir sind eine Förderschule für verhaltensauffällige Kinder. Das sind Kinder, die manchmal Schwierigkeiten haben, in bestimmten Situationen richtig zu handeln. Manche können mit Wut nicht richtig umgehen, andere haben einen starken Bewegungsdrang. Im normalen Schulsystem haben diese Kinder keine Chance, sie fallen durchs Raster. Wir aber haben einen anderen Blick auf diese Schüler: Wir versuchen, sie nicht leistungsorientiert, sondern persönlich zu fördern. 

 

Herr Selbiger: Unsere Schule zeichnet sich dadurch aus, dass wir mit pädagogisch-psychologischem Sachverstand individuell fördern und fordern und uns dabei auf evidenzbasierte Verhaltensmodifikationen stützen. 

 

LEHRERIN SACHSEN: Was heißt das konkret? 

 

Frau Gresens: Das heißt, wir versuchen, durch verschiedene Token positive Verhaltensweisen zu entwickeln. Wir versuchen viel mit Visualisierungen zu arbeiten und direkt Konsequenzen zu ziehen. 

 

Frau Monden: Aus Elternsicht kann ich sagen, dass auch die Haltung uns gegenüber eine ganz besondere ist: Die Lehrer nehmen sich unglaublich viel Zeit für uns, zum Beispiel bei den wöchentlichen Gesprächen. Es ist einfach ein schönes Miteinander an der Schule. 

 

LEHRERIN SACHSEN: Das hört man gern! Was macht die Schule denn für neue Lehrkräfte attraktiv? 

 

Herr Selbiger: Das Lehrerkollegium ist ein junges, dynamisches und motiviertes Team. Wir schaffen Raum für pädagogische Freiheit, kreatives Denken und Arbeiten. Außerdem bieten wir eine sehr gute Ausstattung. 

 

Frau Monden: Hier kann sich jeder einbringen und die Kinder sind dankbar für jede Form von Wissen und Zuhören. Die Lehrer hier sind nicht nur das Augenmerk, sondern auch eine echte Augenweide! (alle lachen) 

 

Frau Gresens: Als junge Lehrerin kann ich sagen: Diese Schule ist perfekt für Berufseinsteiger. Alle Projekte werden von der Schulleitung unterstützt, man kann sich überall einbringen und ausprobieren. Das macht es für mich sehr wertvoll, hier zu arbeiten. 

Sonnenblumen gemalt von Schüler*in
Kunstwerk eines Schülers / einer Schülerin
Links und oben: Kunstwerke aus der Schülerschaft, rechts: Projekt „Entrinden wie im Mittelalter"
Entrinden Mittelalter

LEHRERIN SACHSEN: Was für eine Art von Lehrer braucht ihr an der Schule? 

 

Leon: Nette, lustige, lockere Lehrer. Nicht zu streng sollen sie sein, aber trotzdem durchsetzungsfähig – ein Mittelding eben. 

 

Frau Gresens: Die Schüler sind super dankbar, dass wir Lehrer auch mal zuhören. Man sollte also nicht an unsere Schule kommen, um den Lehrplan durchzupauken und auf Leistung zu drängen, das funktioniert nicht. 

 

LEHRERIN SACHSEN: Und nicht zu vergessen: Eure pädagogischen Fachkräfte, die nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch die Schülerinnen und Schüler an Eurer Schule unterstützen und entlasten! 

 

Leon: Ja, das stimmt. Sie geben sich große Mühe und helfen, wo sie können – je nachdem, wie die Hilfe angenommen wird. 

 

Frau Gresens: Da Leon schon in der 8. Klasse ist, hat er nicht mehr so viel mit den Pädagogen zu tun. Sie kommen nur noch in die höheren Klassen, wenn es wirklich nötig ist, zum Beispiel im Sportunterricht. Generell gewährleisten die pädagogischen Fachkräfte eine intensive Betreuung der Schüler im Unterricht und bilden teilweise auch eine Schnittstelle zwischen den Kindern und den Lehrkräften.

 

Frau Monden: Die pädagogische Fachkraft ist vor allem bei den Jüngsten, weil dort der Förderbedarf am größten ist. Das kann ein Lehrer allein oft nicht kompensieren. Die Schülerinnen und Schüler erkennen diese zusätzliche Hilfe auch an. 

 

LEHRERIN SACHSEN: Und nun frei raus: Welche 3 Worte beschreiben eure Schule am besten? 

 

Herr Selbiger: Offen, agil, familiär! 

 

Leon: Lustig, familiär, abwechslungsreich.  

 

Frau Monden: Miteinander, nicht gegeneinander. 

 

LEHRERIN SACHSEN: Macht uns Rietschen schmackhaft! Was hat der Ort für Zugezogene zu bieten? 

 

Herr Selbiger: Hervorragende Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Landkreis Görlitz! Dazu viel Natur und Weite, Erholung, Familienfreundlichkeit, bezahlbaren Wohnraum. 

 

Leon: Rietschen ist ziemlich cool: Man kann viel machen und sehen. Und trotzdem ist es überschaubar und man verirrt sich nicht so schnell. (lacht) 

 

Frau Gresens: Unser Ort ist eine sehr kleine Gemeinde: zentral im Natur-Erholungsgebiet gelegen, sehr grün und trotzdem nicht weit von Cottbus oder Görlitz entfernt. Ich habe selbst in Leipzig studiert; die Lebensqualität hier in Rietschen ist höher als in der Stadt. Außerdem befindet sich die Region durch das Ende der Kohleförderung im Wandel: Neue Infrastrukturen sollen entstehen, was die Region noch attraktiver macht. Ausschlaggebend waren für mich aber vor allem die Schule und das tolle Kollegium! 

 

Frau Monden: Hier werden auch Volksfeste gefeiert. Da kommen Jung und Alt zusammen. Langweilig wird es hier nie, aber wenn man mehr Action will, ist der Sprung nach Berlin oder Dresden nicht weit. Genauso wie der schöne Spreewald oder Polen. Ach, in Rietschen ist das Miteinander einfach schön! 

Hans-Fallada-Schule Rietschen
Die Hans-Fallada-Schule in Rietschen

LEHRERIN SACHSEN: Frau Gresens, Herr Selbiger: Haben Sie als Lehrerschaft zum Abschluss einen Appell an alle Lehramtsinteressierten da draußen? 

 

Herr Selbiger: Mir liegen Kinder und Jugendliche mit biografischen Brüchen, psychischen Auffälligkeiten und extremen Verhaltensweisen besonders am Herzen: Dahinter steckt immer ein Schatz. Unser Prinzip ist die bedingungslose Wertschätzung: Wir nehmen die Kinder vorbehaltlos an und glauben an sie. Das Glück hat nicht jeder. 

 

Frau Gresens: Lasst euch vom sächsischen Land nicht abschrecken! 

 

Herr Selbiger: Und lasst uns immer daran denken: Ein Buch, ein Stift, ein Kind und ein Lehrer können die Welt verändern. 

Grundstufenschüler

Du möchtest noch mehr über die Hans-Fallada-Schule erfahren?

Nach drei langen Pandemiejahren kehrt auch in der Welt der Buchmessen wieder Normalität ein: Die Leipziger Buchmesse findet 2023 endlich wieder statt!  

Am 27. April gehts los und das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) hat es sich nicht nehmen lassen, in diesem Jahr gleich mit zwei Ständen auf dem wichtigsten Frühjahrstreff der Branche vertreten zu sein; neben der Koordinierungsstelle Sachsen ist erstmals auch „Eine Klasse für sich – LEHRERIN SACHSEN“ mit einem eigenen Stand dabei.  

Erlebe LEHRERIN SACHSEN hautnah!

Was bedeutet das für dich? Du hast die Möglichkeit, dich vom 27. – 30. April an unseren Ständen (Halle 2, Stand C203 und C205) ausführlich über den Lehrerberuf in Sachsen und die Wege dorthin zu informieren.

 

Wir beantworten dir alle Fragen rund um: „Wo kann ich Lehramt studieren?“, „Welche Möglichkeiten habe ich beim Seiteneinstieg?“, „Was erwartet mich im ländlichen Raum?“ und vieles mehr.  

 

Zudem kannst du auf der Leipziger Buchmesse an Workshops teilnehmen. Insgesamt finden sechs Workshops zu den Themen Lehramtsstudium, Seiteneinstieg und Vorbereitungsdienst statt. Diese geben dir die Möglichkeit, dich noch intensiver mit dem Thema Lehramt in Sachsen auseinanderzusetzen.

Unsere Workshops auf der Leipziger Buchmesse im Überblick

  • 28. April 2023, 12:00 – 12.30 Uhr: Lehramt studieren – Alles nur Theorie? 
    Wo? Im Trendforum Bildung in Halle 2, Stand A505

  • 28. April 2023, 13:30 – 14:00 Uhr: Lehramt studieren – Alles nur Theorie? 
    Wo? Im Trendforum Bildung in Halle 2, Stand A505

  • 28. April 2023 14:00 – 15:00 Uhr: „Endlich eine Klasse für Dich – Vorbereitungsdienst für Lehrkräfte in Sachsen.“ (LaSuB)  
    Wo? Im Congress Center Leipzig, Bankettraum

  • 29. April 2023 13:00 – 14:00 Uhr: Informationen zum Seiteneinstieg (LaSuB)
    Wo? Im Trendforum Bildung | Halle: 2, Stand A505

  • 29. April 2023 14:30 – 15:00 Uhr: Lehramt studieren – Alles nur Theorie? 
    Wo? Im Trendforum Bildung in Halle 2, Stand A505

  • 30. April 2023 13:30 – 14:00 Uhr: Informationen zum Seiteneinstieg (LaSuB) 
    Wo? Im Trendforum Bildung in Halle 2, Stand A505

Bildungspolitik live: Sächsischer Kultusminister Christian Piwarz ebenfalls vor Ort

Am 28. April 2023 hast du zudem die Möglichkeit, dich direkt mit dem sächsischen Kultusminister Christian Piwarz (CDU) auszutauschen: Ab 12:00 Uhr findet im Forum Bildung eine Diskussion zum Thema „Unterricht im Zeichen einer Kultur der Digitalität in Sachsen“ statt.  

 

“Wir dürfen nicht nachlassen, die Leistungsfähigkeit des sächsischen Bildungssystems weiter voranzutreiben. Dazu müssen wir die Chancengerechtigkeit im Blick behalten und die digitale Bildung weiter verbessern”, so Kultusminister Christian Piwarz. 

 

Wie du siehst, lohnt sich die diesjährige Leipziger Buchmesse nicht nur zum Bücher-Shoppen! Wir freuen uns auf deinen Besuch an unseren Ständen und wünschen dir viel Spaß beim Informieren, Austauschen und Entdecken.  

Du möchtest einen Eindruck darüber bekommen, was wir so auf Messen machen? Dann lies dir unseren Recap zur KarriereStart durch!

Ob Instagram, TikTok oder Whatsapp – Digitale Medien sind aus der Realität der meisten jungen Menschen nicht mehr wegzudenken. Die im Netz lauernden Gefahren sind jedoch vielseitig: Cybermobbing, Verletzung von Bildrechten oder Suchtpotenzial. Um den Jugendlichen beim richtigen Umgang mit digitalen Medien zu helfen, engagiert sich Florian Tessmann, Lehramtsstudent an der TU Dresden, neben seinem Studium für ein ganz besonders wichtiges Projekt.

Social Web macht Schule

Seit 2011 organisiert Social Web macht Schule (SWmS) Vorträge, Workshops und Informationsabende für Kinder, Jugendliche, Lehrer, Eltern und Multiplikatoren an Schulen in ganz Sachsen. Ziel des Dresdner Präventionsprojektes ist es, allen Teilnehmenden einen sicheren Umgang mit digitalen Medien, insbesondere sozialen Netzwerken, zu vermitteln und über Gefahren aufzuklären.

 

Florian, 24, geboren und aufgewachsen in Chemnitz, ist 2019 nach Dresden gezogen und studiert hier Berufsschullehramt für Lebensmittel-, / Ernährung-, / Haushaltswissenschaft (LEH) und Gemeinschaftskunde. Als Werkstudent engagiert er sich bei SWmS: „Meine Haupttätigkeit ist die des Trainers – ich gehe in Schulen und führe Workshops durch. Dabei geht es um Diskriminierung, Suchtgefahr, Influencer, YouTuber und Fake News – eben alles, was mit Medienkompetenz zu tun hat und im Schulalltag zu kurz kommt. Ich mache das gerne, weil ich glaube, dass man damit etwas bewegen kann.“

Gewappnet für die Zukunft

Von SWmS bekommt Florian Methodenblätter und Unterrichtsverläufe zu den jeweiligen Workshops zur Verfügung gestellt, mit denen er sich optimal auf seine Rolle als Trainer vorbereiten kann: „Das wird schnell intuitiv und hilft mir auch enorm bei der Vorbereitung auf meine spätere Lehrtätigkeit“.

 

Das Feedback der Studierenden ist durchweg positiv und auch Florian nimmt viel für sich aus dem Projekt mit: „Ich werde von Mal zu Mal sicherer und kann dank SWmS meine Lehrerpersönlichkeit schon während des Studiums ausbilden und weiterentwickeln“.

„Papa, ich will Lehrer werden!“

Florians Weg zum Lehramtsstudium war steinig: Nach dem Realschulabschluss holte er sein Abitur an einem Berufsschulzentrum in Chemnitz nach, seit seinem 16. Lebensjahr half er im Traditionsbetrieb seiner Familie mit, das seit 1884 erst im Werbe- und Messebau und seit neuestem im Ladenbau und der Werbetechnik tätig ist. „Ich war unschlüssig, ob ich im Familienbetrieb bleiben sollte, was meine Eltern durchaus gewollt hätten. Ich hatte mir auch schon eine Hochschule ausgesucht, an der ich über das elterliche Unternehmen hätte studieren können. Alle Papiere waren fertig – aber im letzten Moment habe ich mich umentschieden und gesagt: Papa, es tut mir leid, aber ich möchte lieber Lehrer werden!“

 

Worauf freut er sich als angehender Lehrer am meisten? „Darauf, meine zukünftigen Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorzubereiten, sie auf ihrem Weg ein Stück zu begleiten und ihnen zur Seite zu stehen!“ – Genau das kann er dank Social Web macht Schule jetzt schon regelmäßig üben.

Du studierst Lehramt in Sachsen und möchtest dich für SWmS engagieren?

Von amüsanten Anekdoten über erste spannende Herausforderungen bis hin zu unerwarteten Ereignissen: In unserer Themenreihe „Tagebuch eines Lehrers“ teilen Lehrende in Sachsen ihre ganz persönlichen Einblicke in die besonderen Momente ihres Schulalltags.

Michael Junghannß, angehender Grundschullehrer auf dem sächsischen Land, stand im Februar zum ersten Mal in seiner Lehrerlaufbahn vor einer elementaren und nicht zu unterschätzenden Aufgabe: dem Zeugnisschreiben. Wie es ihm dabei erging und was er sich außerdem als kleine Überraschung für seine Schülerinnen und Schüler ausgedacht hat, erfahrt ihr hier in seinem persönlichen Tagebucheintrag:

Liebes Tagebuch,

 

heute habe ich meine ersten Zeugnisse geschrieben. Das war gar nicht so einfach, denn in der ersten Klasse gibt es noch keine Noten. Stattdessen erhält jedes Kind in den Hauptfächern Deutsch, Sachunterricht und Mathematik eine schriftliche Einschätzung über seinen aktuellen Stand. Auch das individuelle Verhalten und die Integration in der Klasse werden bewertet.

 

Da ich das zum ersten Mal übernehmen durfte, war mein Respekt davor natürlich groß. Von meiner Kollegin habe ich ein Buch mit offiziellen Formulierungen erhalten und außerdem in meiner alten Seminargruppe gefragt, ob jemand seine Erfahrungen mit mir teilen und aushelfen möchte. Und siehe da: Eine Mentorin konnte tatsächlich ein paar gute Vorlagen mit mir teilen – natürlich anonymisiert. So konnte ich für meine Schülerinnen und Schüler (mit etwas Hilfe) tolle Halbjahresinformation erstellen. Für Mathematik hat meine Kollegin, die als Fachlehrerin arbeitet, ihre Einschätzungen abgegeben. Den verbleibenden Rest übernahm dann wieder ich – perfekte Teamarbeit also.

 

Doch das war noch nicht alles: Zusätzlich gab es eine Urkunde von mir, in der ich den Kindern mitteilte, wie stolz ich auf sie bin, denn die Halbjahresinformationen sind für die Schülerinnen und Schüler in der ersten Klasse logischerweise oft noch etwas unverständlich. Dazu gab es als kleines Geschenk für jedes Kind noch ein Päckchen Brausepulver für „prickelnde Ferien“. Der Wortwitz war womöglich für mich lustiger als für die Kinder, aber hey: Einen Versuch war es wert.

Meine erste Zeugnissituation war rückblickend natürlich herausfordernd, aber am Ende auch ein großer Spaß.

 

Nun freue ich mich schon auf die nächsten neuen Erfahrungen, die als Grundschullehrer auf mich warten!

Mit den Philosophen von morgen zusammenarbeiten

Dich faszinieren die großen Fragen der Menschheit? Du denkst gerne über den Sinn der Dinge nach und gräbst dich mit Begeisterung in komplexe Themen und Texte rein? Dann ist Ethik mit großer Wahrscheinlichkeit das richtige Lehramtsfach für dich.

3 Gründe für Ethik als Lehramtsfach

  1. Du hast es im Unterricht nur mit Naturtalenten zu tun. Kinder sind bereits von Natur aus Philosophen. Sie fasziniert und beschäftigt das Leben von klein an. Sie staunen über Erscheinungen und hinterfragen sie, wenn diese für sie nicht erklärbar sind. Sie stellen von sich aus bereits zahlreiche ethische Fragen zur Existenz, zum Wesen von Gut und Böse oder zu einem gelungenen Leben. Du hast es also leicht, sie für dein Fach zu begeistern, kannst gemeinsam mit ihnen philosophieren und sie dabei unterstützen, mögliche Antworten auf ihre Fragen zu finden.

  2. In Ethik gibt es kein „richtig“ und „falsch“. Als Ethiklehrerin oder -lehrer übernimmst du für die Schülerinnen und Schüler vor allem eine beratende Funktion. Du unterstützt sie dabei, ihre großen Fragen an die Welt für sich zu betrachten, gibst ihnen Impulse, öffnest Grenzen und sensibilisierst sie für andere Denkweisen – eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, die viele Türen öffnen und damit die Gemeinschaft weiterbringen kann.

  3. Der Unterricht steckt voller Überraschungen und bringt dich selbst weiter. Obwohl deine Schülerinnen und Schüler häufig noch keine Vorstellung vom Philosophiebegriff per se haben und der Unterricht mit ihnen sicherlich nicht auf dem fachlichen Niveau der Seminardiskussionen in der Uni sein wird, eröffnen ihre Fragestellungen mitreißende philosophische Gesprächsdimensionen. Du wirst erleben, dass auch in den Jüngsten dabei schon ganz viel Weisheit steckt und sie dich vermutlich öfter mit ihren Antworten verblüfft und nachdenklich zurücklassen

Das Ethikstudium

Das Lehramtsfach Ethik / Philosophie kannst du an allen drei Universitäten Sachsens studieren. Dresden und Leipzig bieten Studiengänge für die Schulformen Grundschule, Oberschule und Gymnasium; an der Universität Chemnitz kannst du Ethik / Philosophie für die Schulform Grundschule studieren. Grundsätzlich ist das Ziel dieses Faches, die Welt und dadurch die Rolle des Menschen in ihr zu verstehen. Das Studium teilt sich in die drei Bereiche Praktische Philosophie, Theoretische Philosophie und Fachdidaktik auf. Die praktische Philosophie dreht sich um die menschliche Praxis, also um Themen wie Politik, Ethik oder Recht. Die Inhalte sind unter anderem: zentrale Theorien der philosophischen Ethik, Willensfreiheit, Verantwortlichkeit und Gewissen, Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Weltreligionen.

Die theoretische Philosophie befasst sich mit dem Verständnis der Welt. Sie umfasst Teilbereiche wie Metaphysik, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie. Dazu zählen unter anderem: ethische, politische und sozialphilosophische Theorien in Geschichte und Gegenwart. Du wirst dich hier auch mit Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Theorien der Wahrheit und Objektivität, Philosophie des Geistes, Sprachphilosophie, Ontologie, Logik und Argumentationstheorie beschäftigen. Und du lernst mehr zu Phänomenologie, Hermeneutik, Pragmatismus, analytischer Philosophie, Konstruktivismus und Dialektik.

Schließlich wirst du im dritten Bereich, der Fachdidaktik, an das Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen herangeführt und lernst konkret, wie du Ethik später an deine Schülerinnen und Schüler vermitteln kannst. Du erhältst methodisches Wissen für die Planung, Durchführung und Auswertung deines Ethikunterrichts. Hier geht es also konkret um Inhalte, Lehr- und Lernziele und Medien sowie Vorbereitung, Gestaltung und Nachbereitung von Unterrichtseinheiten.

Welche Voraussetzungen musst du für das Studium der Ethik/ Philosophie erfüllen?

  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder Fachgebundene Hochschule bzw. Fachhochschulreife (Fachabitur) oder einen vergleichbaren Schulabschluss oder eine bestimmte berufliche Qualifikation 
  • Nachweis über Englischkenntnisse
  • Du solltest die Fähigkeit mitbringen, dich in komplexe Ideen einzuarbeiten.
  • Du solltest viel Freude an Textarbeit haben.
  • Analytische Fähigkeiten sind grundsätzlich von Vorteil.

Neugierig geworden?

Wir haben eine angehende Ethiklehrerin zu ihrem Studium befragt. Vor ihrem Blockpraktikum  hat uns Kim bereits erklärt, weswegen sie Sport und vor allem Ethik auf Lehramt studiert: „Ich habe meinen Gegenpol Philosophie, also das Schulfach Ethik, wo ich mich zurückziehen und viele Texte und große Gedanken lesen, diskutieren und weiterspinnen kann. Ich habe mir fest vorgenommen, als Lehrerin keine Menschen ändern zu wollen, sondern ihnen vor allem neue Perspektiven zu zeigen und zu eröffnen. Genau dafür sind meine beiden Fächer ideal geeignet.“ Ihr Traumberuf Lehrerin hat sich durch ihr Blockpraktikum nur bestätigt.

Hier  kannst du die persönlichen Erfahrungen von Kim nachlesen. Vielleicht können dir ihre Einblicke bei der Entscheidung helfen, ob Ethik / Philosophie das Richtige für dich ist!

Du bist dir noch unsicher, welches Fach wirklich zu dir passt? Dann mach jetzt unser Fächerquiz und finde dein Lieblingsfach.

Grundschule, Gymnasium oder doch Oberschule? Die Entscheidung für eine Schulform ist im Lehramtsstudium genauso wichtig wie die Fächerwahl. An Oberschulen in Sachsen ist der Lehrkräftebedarf aktuell besonders hoch. Das erhöht die Chancen im Anschluss an das Studium und den Vorbereitungsdienst direkt eine Anstellung in einer Region deiner Wahl zu finden. Das ist aber nur einer der vielen Vorteile, die Oberschulen zu bieten haben. 

 

Da viele Lehramtsstudierende ihr Abitur an einem Gymnasium abgelegt haben, liegt die Entscheidung für diese Schulform oft nahe. Dabei lohnt es sich, auch andere Schulformen in Betracht zu ziehen – die Oberschule hat zum Beispiel durch ihre besonders berufsnahe Orientierung einen ganz eigenen Charme.  

„Das Herzstück der sächsischen Bildungslandschaft“

Ingo Pfretzschner ist Schulleiter an der Oberschule Maxim Gorki im Landkreis Leipzig. Am Konzept dieser Schulform schätzt er die Freiheiten, die Schüler- und Lehrerschaft genießen, denn: „Uns sitzt die riesige Menge an Stoff nicht so im Nacken. Unsere Lehrpläne sind mit Wahlbereichen und Freiräumen konzipiert, die Raum für Kreativität des Lehrers und die Interessen des Schülers lassen“, sagt Schulleiter Pfretzschner. 

 

Für ihn ist die Oberschule deshalb das „Herzstück der sächsischen Bildungslandschaft“. An den Oberschulen würden nicht nur Wissen, sondern auch praktische Fähigkeiten vermittelt. Darüber hinaus habe die Oberschule neben dem Lehren einen beratenden Aspekt; die Berufsberatung sei ebenso ein fester Bestandteil der Oberschulen wie die enge Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen.  

Die Oberschule in Sachsen

Die sächsischen Oberschulen ebnen für Schülerinnen und Schüler den Weg in die Berufsausbildung. Unter dem Dach einer sächsischen Oberschule vereinen sich Realschule und Hauptschule von der 5. bis zur 10. beziehungsweise von der 5. bis zur 9. Klasse. Die Oberschule+ hat eine zusätzliche Besonderheit: Hier lernen Kinder und Jugendliche ab der 1. bis zur 9. oder 10. Klasse gemeinsam.  

 

Pflichtpraktika in Betrieben sowie Projektarbeiten in Kooperation mit Unternehmen ergänzen die schulische Theorie durch berufsvorbereitende Praxis und helfen den Schülerinnen und Schülern dabei, sich optimal auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten – eine besondere Art der Förderung für handwerklich oder technisch begabte Jugendliche, die andere Schulformen so nicht bieten können.  

In diesem Video erfährst du noch mehr über die Oberschule in Sachsen:

Zusammengefasst: 5 Gründe für das Lehramt an Oberschulen

  1. Statt Leistungsdruck steht an den Oberschulen die individuelle Förderung im Vordergrund: Schulisches Lernen findet neben der Sach- auch auf der Beziehungsebene statt.                                                                                                            
  2. Konkretes Ziel: Die Vorbereitung auf eine meist spezifische Berufsausbildung. Der Übergang zum Abitur ist außerdem möglich.                                                                                                                           
  3. An Oberschulen werden unterschiedliche Schulkonzepte angewendet, die zur jeweiligen Schule passen. Als Lehrkraft an einer Oberschule hast du also die Möglichkeit, dich auszuprobieren und Schule aktiv mitzugestalten.                                                                                                  
  4. Gute Einstellungschancen: Der Bedarf an sächsischen Oberschulen ist derzeit hoch, vor allem in den ländlichen Regionen Sachsens. Wenn du dich für das Lehramt an Oberschulen entscheidest, hast du gute Chancen, an deiner Wunschschule eingestellt zu werden.                                                                                  
  5. Das Lehramt an Oberschulen kannst du in zwei der schönsten Universitätsstädte Sachsens studieren: an der TU Dresden sowie an der Universität Leipzig. 

Du bist neugierig geworden, wo in Sachsen dringend Lehrkräfte an Oberschulen benötigt werden?

Nach einigen Jahren in der freien Wirtschaft hieß es für Michael Junghannß zurück zum Ursprungsziel. In diesem Jahr schließt er seinen Vorbereitungsdienst an einer sächsischen Grundschule ab und übernimmt dann als vollausgebildeter Lehrer die Leitung einer ersten Klasse – ganz so, wie eigentlich es immer sein Plan war.  

 

„Eigentlich wollte ich schon seit der zweiten Klasse Lehrer werden“, erzählt Michael Junghannß, „ich wurde sogar damals von meinen Mitschülern als Herr Lehrer angesprochen“, lacht er. Gerade beendet er seinen Vorbereitungsdienst und übernimmt danach eine Grundschulklasse als Klassenlehrer. Doch bis dahin war es ein langer und kurvenreicher Weg.  

 

Nach dem Abitur im sächsischen Neustadt an der tschechischen Grenze geht Junghannß zunächst für zwei Jahre zur Bundeswehr. Danach zieht es ihn nach Dresden, wo er auch geboren und aufgewachsen ist, bevor er mit seinen Eltern in die Kleinstadt zog. „Ich wollte einfach unbedingt nach Dresden, weil ich diese Stadt liebe. Es ist so schön zum Wohnen, die Leute sind nett. Vor allem, wenn man weiß, wie man sie nehmen muss …“, scherzt Junghannß. Überhaupt lacht er viel, nimmt vieles mit Humor – man kann sich vorstellen, dass seine Schülerinnen und Schüler ihn schätzen. Etwas ernster setzt er hinzu: „Außerdem: Wenn alle hier abhauen, dann wirds ja nicht besser!“ 

Im Ethikunterricht stehen die Kinder im Fokus, ganz nach Junghannß‘ Idealvorstellung

Mit Kindern konnte er schon immer gut, und weil der Bedarf an männlichen Lehrkräften an Grundschulen so hoch ist, nimmt er 2006 sein Studium zum Grundschullehramt an der TU Dresden auf. Neben den drei Grundschulfächern Deutsch / Mathe / Sachunterricht schreibt er sich für Philosophie / Ethik als Ergänzungsfach ein. „Im Ethikunterricht stehen die Kinder im Fokus. Das war genau das, was ich wollte.“ Das Philosophiestudium beeindruckt ihn, bringt ihn auch privat stark ins Reflektieren.

Bis heute bezeichnet Junghannß sich als Idealist. Als junger Mann will er etwas bewirken, engagiert sich im Fachschaftsrat, knüpft zahlreiche Kontakte. Seine Ausbildung als Lehrer hätte er eigentlich 2011 abschließen können. Direkt danach zurück an die Schule zu gehen, konnte er sich jedoch nicht vorstellen: „Das machen viele und das ist auch toll. Aber ich wollte noch etwas sehen von der Welt und bin dann ein Jahr nach Australien gegangen.“

Vor dem Schuldienst noch einmal für längere Zeit ins Ausland

Diese Zeit im Ausland erweitert seinen Horizont, er nimmt vieles für sich persönlich mit: Empathie, auf Menschen zugehen, auch wenn man sich nicht verständigen kann. Heute nutzen ihm diese Erfahrungen auch im Umgang mit Kindern, erzählt er. 

 

Australien aber ist teuer. Als der junge Mann zurückkehrt, ist erst einmal die Kasse knapp. Zuerst verdient er sich als Tutor an der TU Dresden, erledigt dann immer mehr Promo-Jobs in der Gastronomie. Auch hier nützt es ihm, dass er leicht auf Fremde zugehen kann. 2014 nimmt er einen Job bei einer Agentur an, bevor er ein Jahr später sein Erstes Staatsexamen schreibt. Durch einen unglücklichen Zufall kann er seinen Vorbereitungsdienst jedoch nicht direkt anschließen. Also bleibt er erst einmal im Sales Marketing. Nur für ein Jahr, bis er im darauffolgenden sein Referendariat beginnen kann – denkt er zunächst. Doch es kommt anders. Er bleibt, kommt in der Branche viel rum. 

Die Geburt seiner Tochter lässt ihn innehalten

Ein großer Schritt in die Zukunft: 2020 arbeitet Junghannß als Gebietsverkaufsleiter in Leipzig/Dresden für eine Spirituosenfirma, als seine Tochter zur Welt kommt. Durch die Zeit mit ihr beginnt er, sich auf sein ursprüngliches Vorhaben zurückzubesinnen. In ihm regt sich eine Stimme: „Ich hab das doch mal studiert! Seit der zweiten Klasse will ich mit Kindern arbeiten und bin dann irgendwie auf Umwege geraten.“  

Ein anderes Bundesland außer Sachsen kam für Junghannß nie infrage

Missen möchte er diese Erfahrungen um nichts in der Welt: „Alles, was ich privat und beruflich erleben und sehen wollte, habe ich gehabt!“ Immer wieder wird er in den vergangenen Jahren gefragt, warum er nicht in Hamburg oder Berlin lebe. Doch schon zu Studienbeginn kommt ein anderes Bundesland für Junghannß nicht infrage: „Ich wollte immer in Sachsen bleiben, denn hier ist mein Zuhause. Ich werde hier einfach gebraucht!“ 

 

Jetzt sei es für ihn an der Zeit, sich seiner eigentlichen Aufgabe zu widmen: Kindern die Welt zu zeigen. Also bewirbt sich Junghannß für seinen Vorbereitungsdienst, den er an einer Schule auf dem Land leistet – denn gerade hier bedürfe es moderner Strukturen und der Unterstützung von Heterogenität. „Weltoffenheit und Demokratieerziehung sind Grundsätze, die schon in der Grundschule die Basis für unsere Demokratie legen!“  

Grundschulkinder bedürften dringend auch männlicher Vorbilder

„Da kann man noch was bewegen – gerade als eines der wenigen männlichen Vorbilder.“ Viele Kinder erlebten in ihren ersten Jahren nur Frauen im erzieherischen Umfeld. Gerade im Sinne der Gleichstellung und Gleichberechtigung war es für Junghannß daher ganz klar, dass er als Lehrer an die Grundschule müsse. Und aufs sächsische Land: „Gerade die brauchen jemanden, der da ein wenig frischen Wind reinbringt.“ 

 

Etwa indem er seinen Schülerinnen und Schülern ganz selbstverständlich beibringe, Dinge zu hinterfragen. Geschlechterklischees zum Beispiel: „Wenn ich beispielsweise mit einem rosafarbenen Hemd in die Schule gehe, finden die Schülerinnen und Schüler das völlig verrückt. ‚Haben Sie ein Frauenhemd an, Herr Junghannß?‘, fragen sie dann. Und ich sage: ‚Rosa ist doch eine schöne Farbe und wenn es mir gefällt, darf ich das doch auch tragen, oder?‘ Das sehen die Kinder dann auch ein.“ 

Der Lehrer ist Lernpartner und Unterstützer in der Persönlichkeitsentwicklung

Ohnehin begreife er sich nicht nur als Wissensvermittler und Lernpartner; die Persönlichkeitsentwicklung und das Selbstbewusstsein seiner Schützlinge zu stärken, stehen für ihn an erster Stelle. „Die Kinder wissen jetzt schon, was sie alles nicht dürfen. Das möchte ich umdrehen: Was heißt zum Beispiel ‚lieb sein‘ in den Klassenregeln und was kannst du aktiv dafür tun? Diese Art der positiven Affirmation ist mir extrem wichtig. Es wird immer nach Fehlern gesucht, aber wir müssen doch die Stärken festigen.“  

 

Lehrerinnen und Lehrer tragen dazu einen großen Teil bei, das müsse aber endlich auch in der Gesellschaft ankommen: „Früher dachte ich in meiner Naivität, Lehrer arbeiten vormittags und haben nachmittags frei … Aber das ist natürlich absolut nicht wahr! Wir arbeiten viel und hart!“ Allein für die Organisation rund um den Unterricht ginge viel Zeit drauf, „eigentlich brauche ich eine Sekretärin!“ 

Lehrer brauchen mehr gesellschaftliche Anerkennung

Trotzdem ist Grundschullehrer nach wie vor Junghannß‘ lang gehegter Traumberuf und er genießt es für seine Schülerinnen und Schüler da zu sein, ihnen ernsthaft zuzuhören. Bindung stehe für ihn vor Erziehung und Bildung: „Überall müssen Kinder funktionieren, aber ich lasse sie gern auch mal Kind sein.“ Annäherung und Austausch seien auch im Kollegium sein Credo: „Ich will eine Verbindung sein zwischen allen – alten Lehrern, neuen Lehrern, Schülern und Eltern.“ Dass er ein guter Lehrer ist, daran zweifelt man kaum. Er hat immerhin seit der 2. Klasse dafür geübt. 

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