Der Weg zum Kunst-Lehramt, einem an den Schulen stark nachgefragten Fach, ist vielfältig. Ob grundständiges Studium nach dem Abitur oder Seiteneinstieg nach einem Hochschulstudium und entsprechender Berufspraxis – je nach Ausgangsqualifikation führen unterschiedliche Wege zum Ziel.

Auch ausgebildete Gymnasiallehrer sind in Sachsens Oberschulen willkommen, wie Kunstlehrerin Jana Bens-Wiewiórski weiß. Sie machte einst selbst diesen Schwenk und empfiehlt den Perspektivwechsel in diesem 2. Teil des Artikels ausdrücklich. In Teil 1 berichteten Bens-Wiewiórski und ihr Kollege Christian Reich aus ihrem Kunstlehrer-Alltag an Oberschulen in Freiberg und Dresden.

"Warum nicht an die Oberschule?"

Kunst- und Geografie-Lehrer Christian Reich studierte ebenso wie seine Kollegin Jana Bens-Wiewiórski seine Fächer auf Lehramt grundständig. Jana Bens-Wiewiórski, die seit 2011 als Lehrerin in Oberschulen tätig ist, kennt noch jene Zeiten, in denen es kaum Kunstlehrer-Stellen gab und Flexibilität gefragt war, um überhaupt einen Job zu finden.

Die studierte Gymnasiallehrerin für Kunst und Deutsch war nach dem Staatsexamen 14 Jahre an einer privaten Berufsfachschule sowie an einer Fachoberschule für Gestaltung und Sozialwesen tätig, machte zudem eine Kunsttherapie-Ausbildung und arbeitete ebenfalls projektweise mit Behinderten. „Als es 2011 wieder Stellen im öffentlichen Dienst, aber ‚nur‘ für Oberschulen gab, habe ich mir gesagt: Wenn schon nicht Gymnasium, warum nicht Oberschule?“ Inzwischen ist sie ebenfalls Fachberaterin für Kunst an Oberschulen und einen Tag in der Woche in anderen Schulen unterwegs, um Hospitationen zu begleiten, Lehrer zu beraten und ergänzend zu Kunsttherapie zu informieren.

Jana Bens-Wiewiórski ermutigt Referendare oder Gymnasiallehrkräfte ausdrücklich, Kunstlehrer an einer Oberschule zu werden: „Wir haben mittlerweile zum Teil gut ausgestattete Schulen, wir Kunstlehrer sind sehr gut vernetzt und nicht zuletzt: Wir brauchen überall gut ausgebildete Oberschülerinnen und -schüler.“ Sie empfiehlt, Praktika während des Studiums an Oberschulen zu machen und den praktisch-berufsorientierten Aspekt des Kunstunterrichts in dieser Schulform kennen- und schätzen zu lernen.

Von der Seite aus einsteigen

Praktiker aus künstlerischen Berufen sind über den Seiteneinstieg nicht weniger willkommen: „Das können Künstler, Designer oder beispielsweise Landschaftsarchitekten sein“, sagt Jana Bens-Wiewiórski. Die Wege in den Lehrberuf sind vielfältig; die Voraussetzungen für Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger sind auf der Lehrer-In-Sachsen-Seite auf dem jeweils aktuellen Stand nachlesbar.

Christian Reich war während seines Referendariats mit einem Seiteneinsteiger im Ausbildungsseminar. Er schätzt dessen sehr breites künstlerisches Verständnis: „Der Kollege hatte zwar Anfangsschwierigkeiten in Didaktik, aber durch seinen künstlerischen Blick und aus seinem Beruf als Fotograf heraus hatte er die Fähigkeit, sehr tiefgründige Aufgaben zu stellen. Daraus resultierten dann aber auch sehr tolle und beeindruckende Ergebnisse. Insgesamt tut diese andere Perspektive von Seiteneinsteigern gut, und sie bringen ein hohes Maß an Ernsthaftigkeit in den Beruf mit.“

Viel Schülermanagement - und immer nah am Zeitgeschehen

Motiviert der Lehrer, macht der künstlerische Prozess Spaß und beeindrucken die Ergebnisse, mögen die Schülerinnen und Schüler – mindestens im Nachhinein – selbst die fordernden Aufgaben. „Idealerweise lassen sich Impulse aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler in den Unterricht integrieren“, sagt Christian Reich. So wie in einer von dem Künstler Anshuman Ghosh inspirierten Aufgabe. Die Schülerinnen und Schüler sollten spontan Legebilder mit Gegenständen aus ihren Federmappen oder Naturmaterialien plus einen im Bild sichtbaren Smartphone-Monitor kreieren, fotografieren und alles sofort wieder neu arrangieren. „Das Spiel mit der Schnelligkeit und dem Wechsel der Bildwelten macht es reizvoll“, sagt Christian Reich. Noch erfüllender ist es, wenn die Werke schließlich öffentlich gezeigt werden – so wie kürzlich im LaSuB Chemnitz, das die Arbeiten von Schülerinnen und Schülern mehrerer Schulen ausstellte.

Nach dem Vorbild eines modernen Künstlers wird
Schülerinnen und Schüler arrangieren Blätter und Naturmaterialien, um Bilder im Stil des Künstlers Anshuman Ghosh im Kunstunterricht zu gestalten.

Ganz wichtig: Respekt auf beiden Seiten und Arbeit auf Augenhöhe

Respekt auf beiden Seiten und eine Arbeit auf Augenhöhe, gerade auch mit den jüngeren Kindern, ist Christian Reich wichtig: „Es ist immer ein Geben und Nehmen. Als Lehrer muss ich es grundsätzlich gut finden, mit Kindern zu arbeiten. Und man muss wissen, worauf man sich einlässt. Es ist schon viel Schülermanagement dabei. Aber man ist auch immer am Zeitgenössischen dran. Wenn die Schülerinnen und Schüler mir von ihren Computerspielen erzählen, kann ich sagen, welche ich früher gespielt habe.“

Jana Bens-Wiewiórski setzt wiederum, ganz gleich ob mit Blick auf künftige Kolleginnen und Kollegen oder auf ihre Schülerinnen und Schüler, auf die Anziehungskraft ihrer Leidenschaft für das Allumfassende der Kunst: „Ich brenne für mein Fach, ich finde Kreativität enorm wichtig im Leben!“ Das kann nicht jede Schülerin und jeder Schüler unmittelbar nachempfinden, doch die Oberschulzeit mit ihrem Kunstunterricht umfasst ja immerhin sechs Jahre. Da bleibt genug Zeit, um sich mit der Passion für die Kunst anzustecken: „‘Es gibt doch nicht bloß Kunst, Frau Bens!‘, sagen meine Schüler manchmal. Ich sage: ‚Doch. Denn der Kunst fließt so vieles zusammen.‘“

Mehr über das Fach Kunst erfahren?

Lena Jakob absolviert ihr Referendariat an der Sebastian-Kneipp-Grundschule in ihrer Heimatstadt Eilenburg bei Leipzig. Für das Studium zog es sie nach Halle, um fern vom Elternhaus eigene Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln. „Ich wollte einfach mal schauen, wie ich zurechtkomme“, sagt sie.  

Nach ihrem ersten Staatsexamen ging sie nach Eilenburg zurück. Wie sie ihr Referendariat und ihren Bundesland-Wechsel von Sachsen-Anhalt nach Sachsen und in das dortige Studien- und Schulsystem wahrnimmt und was ihren Alltag als Referendarin ausmacht, verrät Lena Jakob mit ihrer Studienerfahrung in zwei Bundesländern.  

Lehramtsstudium? Besser als gedacht!

Das Lehramtsstudium hatte Lena Jakob ursprünglich gar nicht auf dem Plan. Sie wollte nach dem Abitur eigentlich Medizin studieren. Da ihre Aussichten auf einen Studienplatz in der Nähe jedoch nicht allzu gut waren, musste eine Alternative her: Lena Jakob entschied sich für ein Studium auf Grundschullehramt in Halle. Zu Beginn lediglich als Überbrückung bis zur Zusage auf einen Medizinstudienplatz gedacht, zeigten sich rasch die Vorzüge des vermeintlichen Ersatzfaches. „Das Grundschullehramtsstudium gefiel mir besser als gedacht. Die Idee mit dem Medizinstudium habe ich dann einfach verworfen und mit dem Lehramtsstudium weitergemacht.“

Studium in Sachsen-Anhalt, Referendariat in Sachsen

Ihr erstes Staatsexamen absolvierte sie in Halle und belegte die dafür übliche Pflichtfach-Kombination aus Mathematik und Deutsch. Als drittes Unterrichtsfach wählte sie Sachunterricht. Zum Referendariat zog es sie zurück in ihre Heimat. „Ich bin während der Corona-Zeit schon viel zwischen Halle und Eilenburg gependelt. Außerdem kommt mein Partner ebenfalls aus der Region, sodass wir gemeinsam entschieden haben, dass wir gern nach Eilenburg ziehen möchten.“

Der Bundeslandwechsel war einfacher als gedacht. „Das hat mich echt erstaunt, zumal es in Sachsen-Anhalt ja wirklich einen akuten Lehrermangel gibt und versucht wird, jeden, der dort ausgebildet wurde, im Land zu halten.“ Einzig das an der Uni Leipzig für das Grundschullehramt vorgesehene vierte Unterrichtsfach – in ihrem Fall Ethik – muss Lena Jakob nun aufholen. „Da ich in Halle kein viertes Fach studiert habe, muss ich mir das jetzt im Referendariat alles selbst beibringen. Ich habe darin auch ganz normal die Prüfungen.“ Dieses nachträgliche Selbststudium sei zwar zeitaufwendig, aber mit der richtigen Struktur und Organisation machbar.

Klassenübergreifende Planung: Erleichterung in der Arbeitsorganisation

Auf ihre Referendariatszeit an der Sebastian-Kneipp-Grundschule, die noch bis Anfang 2025 gehen wird, blickt Lena bislang sehr positiv. Vor allem die enge Zusammenarbeit im Kollegium begeistert sie: „Der Unterricht wird auf Klassenstufenebene geplant, auch die Arbeiten werden klassenübergreifend geschrieben. Das ist eine enorme Entlastung. Erstens, weil man immer noch einen weiteren Blickwinkel hat und zweitens, weil jeder insgesamt weniger Aufgaben erledigen muss, wenn beispielsweise ein Kollege die Deutscharbeit erstellt und einer die Mathearbeit.“

Von ihren zwei Mentorinnen, ebenfalls Grundschullehrerinnen, schaut sie sich einiges aus deren langjähriger Erfahrung und Berufspraxis ab. „Die beiden sind sehr unterschiedliche Lehrerpersönlichkeiten, aber beide machen das auf ihre ganz individuelle Weise sehr gut und geben mir wertvolle Einblicke in unterschiedliche Unterrichtsstile.“

Auch den Umgang mit den Eltern ihrer Schülerinnen und Schüler nimmt Lena Jakob als sehr positiv wahr: „Die meisten Eltern sind sehr offen, tolerant und kompromissbereit. Klar ist es manchmal ein bisschen schwierig, sobald die Wahrheit nicht ganz der entspricht, die die Eltern gern hören möchten. Im Grunde genommen sind die Eltern aber sehr auf das Wohl der Kinder bedacht.“
Schulgarten in der Sebastian-Kneipp-Grundschule
Schulgarten der Sebastian-Kneipp-Grundschule (Bild: Lena Jakob)

Bilder, Blumen und ein Kuchenbasar

Das Schönste an ihrer Arbeit ist für Lena Jakob die Dankbarkeit der Kinder: „Ich bekomme wirklich jeden Tag gemalte Bilder. Letzte Woche hat mir ein Kind sogar einen selbstgepflückten Blumenstrauß mitgebracht. Das fand ich sehr niedlich.“
Selbstgemalte Bilder im Klassenzimmer
Von Lena Jakobs Schülerinnen und Schülern selbstgemalte Bilder (Bild: Lena Jakob)
Ein besonderes Highlight ihres Referendariats: ein Kuchenbasar, den sie gemeinsam mit ihrer Klasse organisierte. „Die Kinder hatten den Spaß ihres Lebens. Sie sind dabei so aufgeblüht, das war wirklich ganz toll. Vor allem viele Kinder mit Migrationshintergrund sind dermaßen über sich hinaus gewachsen, hatten keinerlei Hemmungen vor dem Sprechen und sind offen und authentisch auf andere zugegangen.“ Die 240 Euro Erlös spendete Lena Jakobs Klasse in Form von Patenschaften an den Tierpark Eilenburg. So freuten sich ein Göttinger Minischwein, eine Boa und ein Storch über das von Lena Jakob und ihrer Klasse finanzierte Futter.

Plan A oder Plan B nach dem Referendariat – je nach Stellenlage

Lena Jakobs Referendariatszeit in Eilenburg neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Nach ihrem zweiten Staatsexamen wird sie ihr Abschlusszeugnis Ende Januar 2025 erhalten. Plan A danach ist für sie klar: „Ich würde sehr gern an meiner Schule bleiben. Die Chancen stehen 50:50. Es kommt darauf an, ob zum 1. August oder zum 1. Februar neue Lehrkräfte eingestellt werden.“

Falls eine Übernahme nicht klappt, hat Lena Jakob einen Plan B, etwas entfernt von Eilenburg. Da sie gern mit Kindern mit Migrationshintergrund arbeiten möchte, sieht sie sich eher im städtischen Raum, idealerweise in einer Kleinstadt. „Ich möchte weder aufs Dorf noch in die Großstadt. Ich könnte mir vorstellen, nach Torgau oder Delitzsch zu gehen. Das ist von mir aus gut erreichbar.“

Lenas Tipps aus ihrer Referendariats- und Grundschulpraxis:

Zitiersoftware erleichtert wissenschaftliches Arbeiten

Die Arbeit in der Schule und die Seminarbesuche parallel sind Zeit und Energie fordernd. Da hilft jede Vereinfachung aufwendiger Prozesse, merkte Lena im Studium ebenso wie nun im Referendariat. Ihr Tipp: Zitiersoftware nutzen! Vor allem für Hausarbeiten und für die wissenschaftliche Hausarbeit, die einer Masterarbeit ähnelt, arbeitete sie mit Citavi. Das Programm komplettiert auf Basis der ISBN eines Buches die Quellenangabe automatisch. „So konnte ich immens viel Recherche-Zeit sparen.“

Nichts wegschmeißen: Keine Eierkartons, keine Klopapierrollen!

Lena Jakob empfiehlt aus der Referendariatspraxis vor allem den Grundschullehrerinnen und -lehrern, sich möglichst bald mit verschiedensten Materialien einzudecken. So ziemlich alles könne im Unterricht weiterverwendet werden: „Nichts wegschmeißen – keine Toilettenpapierrolle, keine Eierpappe. So was kann man immer gebrauchen!“

Zeig den Kindern nie, dass sie weniger wissen als du

Mit den Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe zu arbeiten, ist Lena besonders wichtig. „Lass die Kinder nie spüren, dass sie weniger wissen als du. Damit kannst du viele Sympathiepunkte sammeln. Es hilft sicher auch an die eigene Schulzeit zu denken und sich zu erinnern, was gut und was weniger gut war.“

Vergleiche dich nicht und sei du selbst!

Lena Jakob verglich sich zu Beginn ihres Referendariats häufig mit einer Mitreferendarin an ihrer Schule, die bereits ein halbes Jahr länger vor Ort war als sie. „Ich dachte mir ganz oft: Oh Mann, die weiß viel mehr als ich und kennt sich viel besser aus. Ja, logisch! Sie kannte die Kinder ja auch bereits ein halbes Jahr länger als ich.“ Lenas Devise lautet seitdem: „Sei du selbst und vergleiche dich nicht – sei es in der Schule oder im Seminar.“

Schuldienst auf dem sächsischen Land?

Du hast Lust, andere Bildungssysteme und ausländische Schulen kennenzulernen? Möchtest dich als Lehrkraft ausprobieren und in deiner Fremdsprache fit werden?
Dann ist ein Auslandspraktikum während deines Lehramtsstudiums genau das Richtige für dich! Welche Möglichkeiten du dabei hast, haben wir für dich zusammengefasst.

Warum ein Auslandspraktikum?

Ein Praktikum im Ausland bietet dir die Möglichkeit, dich sowohl fachlich als auch akademisch weiterzuentwickeln. Du kannst dich als Lehrer oder Lehrerin ausprobieren und zahlreiche neue Erfahrungen sammeln.

Lehramtsstudentin Jessica Flecks hat während ihres Studiums an der TU Dresden zwei Auslandspraktika in Italien und in der Schweiz absolviert. „Mir hat das sehr viel gebracht. Es war spannend, andere Bildungssysteme und Schulen kennenzulernen.“

In der Schweiz konnte sie beispielsweise ein Podcastprojekt mit ihren Schülern und Schülerinnen umsetzen. Verglichen mit den Standards an deutschen Schulen blieb ihr vor allem das digitale Equipment sehr positiv in Erinnerung: „Wir hatten Mikrofone in Topqualität. Außerdem verfügt jeder Schüler und jede Schülerin über ein eigenes Tablet mit Tastatur.“

In Italien absolvierte Jessica ihr Praktikum an einer deutschen Auslandsschule und konnte dort noch einmal ganz neue Erfahrungen sammeln. „Das war interessant, vor allem in Hinblick auf den interkulturellen Austausch und die Mehrsprachigkeit vor Ort.“

Lehramtstudentin Jessica Flecks auf einer Hängematte in Italien
Jessica Flecks während ihres Auslandspraktikums in Italien

Charlotte Müller konnte während ihres Auslandspraktikums als Fremdsprachenassistenzkraft in Spanien ähnliche Erfahrungen sammeln: „Ich habe acht Monate in Spanien an zwei öffentlichen Gymnasien Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und durfte dabei großartige Menschen und ein neues Schulsystem kennenlernen und wertvolle Unterrichtserfahrung sammeln.“

Charlotte ist als Campusbotschafterin der Universität Leipzig tätig und beantwortet dir als solche alle Fragen rund um das Thema Fremdsprachenassistenzprogramm des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD). Ihr Tipp für ein Auslandspraktikum: „Einfach machen! Nicht nur für Studierende im Bereich Sprachen ist es eine großartige Erfahrung, sondern auch für Studierende anderer Fachbereiche. Die Fragen der Schüler und Schülerinnen vor Ort regen zum Reflektieren an und es entstehen wertvolle Gespräche.“

Lehramtsstudentin Charlotte Müller stehend am Uni-Tor
Charlotte Müller während ihres Auslandspraktikums in Albacete, Spanien

Der richtige Zeitpunkt

Wann sich ein Auslandspraktikum anbietet, hängt vom Curriculum deiner Universität ab. Welche Module sich gut eignen, lässt sich pauschal nicht sagen, da je nach Ausgangslage individuelle Praktikumsvereinbarungen getroffen werden. Daher gilt: Setze dich am besten frühzeitig mit den Ansprechpartnern an deiner Universität in Verbindung, wenn du dich für ein Auslandspraktikum interessierst.

Deine Anlaufstellen

An deiner Universität findest du qualifizierte Ansprechpartner, die dir deine Fragen zum Auslandspraktikum individuell beantworten. Dort erfährst alles zu Anrechnungsmöglichkeiten, Prüfungsleistungen und potenziellen Förderungen. Außerdem erhältst du Hilfe bei der Organisation und Umsetzung deines Auslandspraktikums.

Universität Leipzig

Stabsstelle Internationales

An der Universität Leipzig kannst du dich wegen deines Auslandspraktikums an die Stabsstelle Internationales wenden. Sie berät als zentrale Anlaufstelle alle Studierenden individuell zu Auslandsaufenthalten und hilft dir bei all deinen Fragen zu Fördermöglichkeiten weiter.

ZLS

Das Zentrum für Lehrer:innenbildung und Schulforschung verbindet alle Akteurinnen und Akteure der Lehramtsausbildung. Auch dort findest du Antworten auf deine Fragen zum Auslandspraktikum.

TU Dresden

International Office

Das International Office ist die zentrale Anlaufstelle der TU Dresden, die sich um die Internationalisierung von Lehre und Forschung an der TU Dresden kümmert. Die Mitarbeitenden dort beantworten all deine Fragen zum Auslandspraktikum im Lehramtsstudium.

Leonardo-Büro

Das Leonardo-Büro unterstützt dich dabei, ein passendes Auslandspraktikum sowie geeignete Fördermöglichkeiten zu finden.

Projekt IMPRESS des ZLSB

Das Projekt IMPRESS des Zentrums für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB) verfolgt das Ziel, die interkulturelle Kompetenz zu verbessern. Im Zuge dessen wurde ein globales Schulnetzwerk aufgebaut, das sich unter anderem auf die Auslandsmobilität der Studierenden fokussiert.

TU Chemnitz

Internationales Universitätszentrum

An der TU Chemnitz kannst du dich bezüglich deines Auslandspraktikums an das Internationale Universitätszentrum wenden. Dort stehen dir diverse Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen zur Verfügung.

Unser Tipp!

Am 5. Juni 2024, von 15:30 bis 16:30 Uhr, findet im Internationalen Universitätszentrum (Hörsaal- und Seminargebäude 2/N113) eine Informationsveranstaltung zum Thema ‚Auslandspraktikum mit Erasmus+‘ statt. Dort erfährst du Wissenswertes zu Organisation, Praktikumsplatzsuche, Bewerbung und finanzieller Förderung. 

Deine Fördermöglichkeiten

Im Rahmen deines Lehramtsstudiums gibt es zahlreiche Programme und Einrichtungen, die deinen Auslandsaufenthalt finanziell unterstützen.

Einige dieser Programme helfen dir nicht nur bei der Finanzierung, sondern auch bei der Organisation deines Auslandspraktikums. Oftmals kannst du von einem großen Netzwerk und viel Erfahrung profitieren. Auch hier gilt: Früh sein lohnt sich! Kümmere dich möglichst frühzeitig um Finanzierungsmöglichkeiten.

Die oben genannten Anlaufstellen an deiner Universität unterstützen dich dabei ebenfalls und finden gemeinsam mit dir individuelle Lösungen. Für eine erste Orientierung haben wir dir einige Programme aufgelistet, die Stipendien und finanzielle Zuschüsse für Auslandspraktika vergeben:

Wir wünschen dir für dein Auslandssemester tolle Erlebnisse und hoffen, dass du vor Ort viele neue Erfahrungen für deinen Berufseinstieg sammeln kannst!

Politik ist in vielen Schulen Teil des Sachkunde- oder Gemeinschaftskundeunterrichts. Ganz ohne Zweifel gehört sie zu den wichtigsten Inhalten, die wir Kindern und Jugendlichen vermitteln können, denn: Auch, wenn Politik später nicht für jede und jeden Teil der täglichen Arbeit sein wird, geht sie uns doch alle an. Unsere Gesellschaft und Demokratie funktionieren nur auf Basis einer politisch mündigen Bürgerschaft, und die Schule ist einer der ersten und wichtigsten Orte, an dem junge Menschen lernen, sich für sie zu interessieren und mit ihr auseinanderzusetzen. 

Warum Politik auf Lehramt studieren?

Keine Frage: Wer Politik auf Lehramt studieren möchte, sollte ein politischer Mensch sein. Allerdings solltest du nicht darauf aus sein, deinen Schülerinnen und Schülern deine eigenen politischen Ansichten überzustülpen. Stattdessen sollte dir daran gelegen sein, junge Menschen ganz allgemein dazu zu motivieren, kritisch zu denken und sich in politische Prozesse einzubringen, damit sie in ihrem späteren Leben Teil einer informierten Bürgerschaft sein können. Dein Fokus sollte also darauf liegen, ihnen die nötigen Werkzeuge und das Verständnis zu vermitteln, die sie benötigen, um sich eigenständig aktiv an unserer demokratischen Gesellschaft zu beteiligen. 

Wichtige Studieninhalte auf einen Blick

Die Inhalte im Politikstudium auf Lehramt sind vielfältig. Einerseits lernst du die Geschichte des politischen Denkens kennen, von Platon und Aristoteles über Kant und Marx bis zu den modernen politikwissenschaftlichen Theorien. Andererseits befasst du dich mit den ganz konkreten politischen Systemen unserer Welt, ihren Institutionen, und ihrer Geschichte, besonders natürlich der Bundesrepublik Deutschland. Du erfährst mehr über die komplexen Beziehungen zwischen Staaten, Gesellschaften und Volkswirtschaften, die Institutionen des Internationalen Systems sowie verschiedene internationale Regime. In pädagogischer Hinsicht lernst du, wie du dich und andere politisch informierst und Politik strukturiert vermitteln kannst.  

Studien- und Einsatzorte

Das Fach Politik spielt in vielen verschiedenen Schulformen eine Rolle, auch wenn es sich meist hinter einem anderen Namen verbirgt. In der Grundschule ist Politik etwa Teil des Sachkundeunterrichts, während sie in vielen weiterführenden Schulen innerhalb des Gemeinschaftskunde- oder Wirtschaftsunterrichts vermittelt wird. Mit einer Spezialisierung in Politik kannst du potenziell also in diversen Schulen unterrichten, von der Grundschule über die Ober- und Mittelschule bis hin zum Gymnasium. Allerdings solltest du dir vor deinem Studienantritt genau überlegen, wo du später aktiv sein möchtest, denn die Studiengänge unterschiedlicher Hochschulen befähigen dich auch zur Arbeit in unterschiedlichen Schulformen. 

Beitrag als Lehrer

Als Lehrer für das Fach Politik leistest du einen wichtigen Beitrag zur Bildung und Entwicklung kommender Generationen von Bürgerinnen und Bürgern. Du förderst das politische Bewusstsein und die politische Bildung deiner Schülerinnen und Schüler, indem du ihnen nicht nur das grundlegende Wissen über politische Systeme, Prozesse und Ideologien vermittelst, sondern auch, in dem du ihnen hilfst, ihre Fähigkeit zu entwickeln, kritisch zu denken, zu diskutieren sowie politische Ereignisse und Entscheidungen zu analysieren. Durch deine Arbeit trägst du also dazu bei, die Demokratie zu stärken, indem du junge Menschen dazu ermutigst, sich aktiv in politischen Diskursen zu engagieren und ihre Rechte und Verantwortlichkeiten als Bürger wahrzunehmen. 

Du willst wissen, wo in Sachsen du Gemeinschaftskunde/ Rechtserziehung/ Wirtschaft bzw. Sachunterricht für welche Schulorte studieren kannst?

Ingo Pfretzschner ist Schulleiter der Frohburg Oberschule Maxim Gorki im Landkreis Leipzig. Mit Leidenschaft und Herzblut widmet er sich seiner Schule, dem Kollegium und vor allem seinen Schülerinnen und Schülern. Für uns hat er einen Liebesbrief an den Lehrerberuf geschrieben – mit allen Höhen und Tiefen, die es in der Beziehung zwischen ihm, seinem Beruf und der Schule gibt.

Der Lehrerberuf – ein wahrhaft lohnenswerter Pfad. Nicht nur wegen der sogenannten Ferien, die in Wirklichkeit eher unterrichtsfreie (aber deshalb nicht unbedingt auch arbeitsfreie) Zeiten sind, sondern vor allem aufgrund des Lehrerdaseins selbst.

 

Dieser Beruf ist von einer bemerkenswerten Abwechslung und einer erstaunlichen Vielfalt geprägt. Kaum eine Woche verstreicht, in der man nicht Dinge erlebt, auf die man so nicht vorbereitet war. Diese Erlebnisse können positiv oder negativ sein, halten aber in jedem Fall immer die Flamme der Neugier und des Lernens am Leben.

 

Der Lehrerberuf erlaubt keine Rostbildung, weder geistig noch körperlich. Die Lehrenden bleiben trotz äußerlicher Veränderungen jung, denn sie sind stets hautnah am Puls der Zeit. Sie kennen die aktuellen Musikrichtungen, Modetrends, und wissen, was in und out ist. Doch das Wichtigste ist, dass sie von ihren Schülern auf vielfältige Weisen in deren Leben einbezogen werden und ihr Vertrauen gewinnen. Dies verleiht dem Lehrerberuf eine zusätzliche Dimension der Freude und Erfüllung.

 

Lehrer gehören zu den wenigen Menschen, die sich tief ins Bewusstsein der Heranwachsenden eingraben, und oft erinnern wir uns ans sie noch Jahre später mit Dankbarkeit und Freude. Aber warum gerade Lehrer an einer Oberschule? Die Oberschule ist das Herzstück der sächsischen Bildungslandschaft, ein offenes System, das den Schülern vielfältige Wege eröffnet. Ob sie nach der 9. oder 10. Klasse eine berufliche Ausbildung, das Gymnasium, das berufliche Gymnasium zum Abitur oder den Weg über eine Fachhochschule einschlagen möchten – ihre Möglichkeiten sind vielfältig.

 

Die Aufgabe der Lehrer besteht nicht nur darin, Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, sondern auch die Schüler auf ihrem Bildungsweg zu beraten. Anfangs liegt der Fokus hierbei mehr auf der Beratung der Eltern, im Laufe der Zeit aber verschiebt er sich zu den Schülern selbst. Lehrer tragen dazu bei, dass die Schüler den richtigen Start ins Leben nach der Schule finden. Neben den Klassenlehrern sind es vor allem die Fachlehrer, die sich in der Berufsberatung engagieren und intensiv mit außerschulischen Einrichtungen zusammenarbeiten.

 

Es ist wie ein Sechser im Lotto, ehemaligen Schülern zu begegnen, die die sich damals womöglich schwer getan haben, und sie nun als Familienmenschen und erfolgreiche Berufstätige wieder zu treffen. Dann hört man oft die wohlwollenden Worte: „Ja, Sie hatten damals recht.“

 

Im Lehrerberuf geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch darum, die Schüler für die Fächer zu begeistern. Dennoch sollte nicht verschwiegen werden, dass nicht jeder Schüler das angestrebte Ziel erreicht. Und manchmal liegt das nicht allein an den Schülern selbst, sondern auch an einem anderen Unsicherheitsfaktor: den Eltern.

 

Die Mehrheit der Eltern steht den Lehrern und der Schule wohlgesinnt, wenn auch oft schweigend, gegenüber. Aber es gibt auch einige Eltern, die scheinbar desinteressiert sind und wenig zur Unterstützung ihrer Kinder oder der Schule als Ganzes beitragen. Und dann gibt es die Minderheit, die sich als Mehrheit fühlt und nur einen Slogan zu kennen scheint: „Der Lehrer ist schuld!“ oder „Die Schule ist schuld!“

 

Das kann belastend sein und Lehrkräften Schmerzen bereiten, gehört jedoch zum Lehrerberuf wie das Amen in der Kirche. Und wenn es diese Eltern nicht gäbe, würden uns wichtige Erfahrungen und Entwicklungen im Schulwesen fehlen.

 

Insgesamt ist der Lehrerberuf eine äußerst lohnenswerte Aufgabe. Lehrer an einer Oberschule, in einem positiven Arbeitsumfeld mit engagierter Schulleitung und einem kooperativen Kollegium können Schülern alles bieten und vieles von ihnen verlangen. Von der Unterrichtsvorbereitung über Aufsichten bis zu Gesprächen in der Kaffeepause, von Klassenfahrten bis hin zu Projekten, von tollem Unterricht an der Tafel bis zu hausgemachter Leberwurst als Dankeschön. Was könnte es Besseres geben?!

Du möchtest mehr über Ingo Pfretzschner und seine Aufgaben als Schulleiter erfahren?

MINT: Das steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – und für einen akuten Lehrermangel an sächsischen Schulen sowie ein Ungleichgewicht der Geschlechter. Wo und für welche Schularten man in Sachsen MINT-Fächer auf Lehramt studieren kann, erfährst du hier. 

 

Frauen an die MINT-Macht!

Das wird kaum überraschen: In den jahrzehntelang männlich-dominierten MINT-Fächern gibt es immer noch ein deutliches Geschlechterungleichgewicht, männliche Studierende sind nach wie vor in der Mehrheit.  

 

Nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung liegt der Anteil der Studienanfängerinnen in den MINT-Fächern bei 25 Prozent im Bachelorstudium und bei 36 Prozent im Masterstudium.

 

Das klingt wenig; und doch stellt das Statistische Bundesamt einen positiven Aufwärtstrend bei der Geschlechterverteilung insgesamt fest: Waren es 2001 bundesweit nur 30,8 Prozent Studienanfängerinnen in den MINT-Fächern, haben sich 2021 knapp 4 Prozent mehr weibliche Studierende immatrikuliert.  

MINT bedeutet Zukunft

Ob bei der Bewältigung des Klimawandels, dem Vorantreiben der Energiewende oder der Bekämpfung von Pandemien – Fachkräfte in den MINT-Fächern sind gefragter denn je. Und das nicht nur in Forschung und Praxis, sondern vor allem auch in den Schulen, wo die neue Generation heranwächst und Zukunftsvisionen als Ziele gesetzt werden. 

 

Auch wenn der Anteil der MINT-Studentinnen langsam steigt, so ist die Zahl aller MINT-Studierenden laut Statistischem Bundesamt allein im Jahr 2021 bundesweit um 6,5 Prozent gesunken – ein Abwärtstrend, der die Bildungspolitik in Bund und Ländern beunruhigt und dem es entgegenzuwirken gilt. 

MINT-Fächer auf Lehramt studieren, aber wo?

In Sachsen kann man die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Biologie, Chemie, Physik und verschiedene technische Fächer an der Universität Leipzig sowie an der TU Dresden studieren.  

Die MINT-Fächer werden hier für folgende Schularten angeboten:

  • Berufsbildende Schule 
  • Gymnasium 
  • Oberschule  
  • Grundschule 

Achtung: Studieninhalte und Fächerkombinationen können sich von Fach zu Fach und von Universität zu Universität unterscheiden.

MINT-Fach Physik
MINT-Fach Chemie

Im Folgenden findest du eine Übersicht des Studienangebots für MINT-Fächer auf Lehramt in Sachsen:  

Berufsbildende Schulen

Gymnasium

Oberschule

Grundschule

Berufsbildende Schulen

  • Mathematik 
  • Chemie,  
  • Informatik 
  • Mathematik 

Sonderpädagogik

Gymnasium

  • Biologie 
  • Chemie 
  • Informatik 
  • Physik  
  • Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales 
  • Biologie 
  • Mathematik 
  • Physik 
  • Chemie 
  • Informatik

Oberschule

  • Biologie 
  • Mathematik 
  • Physik 
  • Chemie 
  • Informatik 
  • Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales 

Du möchtest wissen, wo in Sachsen hoher Lehrerbedarf besteht?

Nach drei langen Pandemiejahren kehrt auch in der Welt der Buchmessen wieder Normalität ein: Die Leipziger Buchmesse findet 2023 endlich wieder statt!  

Am 27. April gehts los und das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) hat es sich nicht nehmen lassen, in diesem Jahr gleich mit zwei Ständen auf dem wichtigsten Frühjahrstreff der Branche vertreten zu sein; neben der Koordinierungsstelle Sachsen ist erstmals auch „Eine Klasse für sich – LEHRERIN SACHSEN“ mit einem eigenen Stand dabei.  

Erlebe LEHRERIN SACHSEN hautnah!

Was bedeutet das für dich? Du hast die Möglichkeit, dich vom 27. – 30. April an unseren Ständen (Halle 2, Stand C203 und C205) ausführlich über den Lehrerberuf in Sachsen und die Wege dorthin zu informieren.

 

Wir beantworten dir alle Fragen rund um: „Wo kann ich Lehramt studieren?“, „Welche Möglichkeiten habe ich beim Seiteneinstieg?“, „Was erwartet mich im ländlichen Raum?“ und vieles mehr.  

 

Zudem kannst du auf der Leipziger Buchmesse an Workshops teilnehmen. Insgesamt finden sechs Workshops zu den Themen Lehramtsstudium, Seiteneinstieg und Vorbereitungsdienst statt. Diese geben dir die Möglichkeit, dich noch intensiver mit dem Thema Lehramt in Sachsen auseinanderzusetzen.

Unsere Workshops auf der Leipziger Buchmesse im Überblick

  • 28. April 2023, 12:00 – 12.30 Uhr: Lehramt studieren – Alles nur Theorie? 
    Wo? Im Trendforum Bildung in Halle 2, Stand A505

  • 28. April 2023, 13:30 – 14:00 Uhr: Lehramt studieren – Alles nur Theorie? 
    Wo? Im Trendforum Bildung in Halle 2, Stand A505

  • 28. April 2023 14:00 – 15:00 Uhr: „Endlich eine Klasse für Dich – Vorbereitungsdienst für Lehrkräfte in Sachsen.“ (LaSuB)  
    Wo? Im Congress Center Leipzig, Bankettraum

  • 29. April 2023 13:00 – 14:00 Uhr: Informationen zum Seiteneinstieg (LaSuB)
    Wo? Im Trendforum Bildung | Halle: 2, Stand A505

  • 29. April 2023 14:30 – 15:00 Uhr: Lehramt studieren – Alles nur Theorie? 
    Wo? Im Trendforum Bildung in Halle 2, Stand A505

  • 30. April 2023 13:30 – 14:00 Uhr: Informationen zum Seiteneinstieg (LaSuB) 
    Wo? Im Trendforum Bildung in Halle 2, Stand A505

Bildungspolitik live: Sächsischer Kultusminister Christian Piwarz ebenfalls vor Ort

Am 28. April 2023 hast du zudem die Möglichkeit, dich direkt mit dem sächsischen Kultusminister Christian Piwarz (CDU) auszutauschen: Ab 12:00 Uhr findet im Forum Bildung eine Diskussion zum Thema „Unterricht im Zeichen einer Kultur der Digitalität in Sachsen“ statt.  

 

“Wir dürfen nicht nachlassen, die Leistungsfähigkeit des sächsischen Bildungssystems weiter voranzutreiben. Dazu müssen wir die Chancengerechtigkeit im Blick behalten und die digitale Bildung weiter verbessern”, so Kultusminister Christian Piwarz. 

 

Wie du siehst, lohnt sich die diesjährige Leipziger Buchmesse nicht nur zum Bücher-Shoppen! Wir freuen uns auf deinen Besuch an unseren Ständen und wünschen dir viel Spaß beim Informieren, Austauschen und Entdecken.  

Du möchtest einen Eindruck darüber bekommen, was wir so auf Messen machen? Dann lies dir unseren Recap zur KarriereStart durch!

Ob Instagram, TikTok oder Whatsapp – Digitale Medien sind aus der Realität der meisten jungen Menschen nicht mehr wegzudenken. Die im Netz lauernden Gefahren sind jedoch vielseitig: Cybermobbing, Verletzung von Bildrechten oder Suchtpotenzial. Um den Jugendlichen beim richtigen Umgang mit digitalen Medien zu helfen, engagiert sich Florian Tessmann, Lehramtsstudent an der TU Dresden, neben seinem Studium für ein ganz besonders wichtiges Projekt.

Social Web macht Schule

Seit 2011 organisiert Social Web macht Schule (SWmS) Vorträge, Workshops und Informationsabende für Kinder, Jugendliche, Lehrer, Eltern und Multiplikatoren an Schulen in ganz Sachsen. Ziel des Dresdner Präventionsprojektes ist es, allen Teilnehmenden einen sicheren Umgang mit digitalen Medien, insbesondere sozialen Netzwerken, zu vermitteln und über Gefahren aufzuklären.

 

Florian, 24, geboren und aufgewachsen in Chemnitz, ist 2019 nach Dresden gezogen und studiert hier Berufsschullehramt für Lebensmittel-, / Ernährung-, / Haushaltswissenschaft (LEH) und Gemeinschaftskunde. Als Werkstudent engagiert er sich bei SWmS: „Meine Haupttätigkeit ist die des Trainers – ich gehe in Schulen und führe Workshops durch. Dabei geht es um Diskriminierung, Suchtgefahr, Influencer, YouTuber und Fake News – eben alles, was mit Medienkompetenz zu tun hat und im Schulalltag zu kurz kommt. Ich mache das gerne, weil ich glaube, dass man damit etwas bewegen kann.“

Gewappnet für die Zukunft

Von SWmS bekommt Florian Methodenblätter und Unterrichtsverläufe zu den jeweiligen Workshops zur Verfügung gestellt, mit denen er sich optimal auf seine Rolle als Trainer vorbereiten kann: „Das wird schnell intuitiv und hilft mir auch enorm bei der Vorbereitung auf meine spätere Lehrtätigkeit“.

 

Das Feedback der Studierenden ist durchweg positiv und auch Florian nimmt viel für sich aus dem Projekt mit: „Ich werde von Mal zu Mal sicherer und kann dank SWmS meine Lehrerpersönlichkeit schon während des Studiums ausbilden und weiterentwickeln“.

„Papa, ich will Lehrer werden!“

Florians Weg zum Lehramtsstudium war steinig: Nach dem Realschulabschluss holte er sein Abitur an einem Berufsschulzentrum in Chemnitz nach, seit seinem 16. Lebensjahr half er im Traditionsbetrieb seiner Familie mit, das seit 1884 erst im Werbe- und Messebau und seit neuestem im Ladenbau und der Werbetechnik tätig ist. „Ich war unschlüssig, ob ich im Familienbetrieb bleiben sollte, was meine Eltern durchaus gewollt hätten. Ich hatte mir auch schon eine Hochschule ausgesucht, an der ich über das elterliche Unternehmen hätte studieren können. Alle Papiere waren fertig – aber im letzten Moment habe ich mich umentschieden und gesagt: Papa, es tut mir leid, aber ich möchte lieber Lehrer werden!“

 

Worauf freut er sich als angehender Lehrer am meisten? „Darauf, meine zukünftigen Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorzubereiten, sie auf ihrem Weg ein Stück zu begleiten und ihnen zur Seite zu stehen!“ – Genau das kann er dank Social Web macht Schule jetzt schon regelmäßig üben.

Du studierst Lehramt in Sachsen und möchtest dich für SWmS engagieren?

Von amüsanten Anekdoten über erste spannende Herausforderungen bis hin zu unerwarteten Ereignissen: In unserer Themenreihe „Tagebuch eines Lehrers“ teilen Lehrende in Sachsen ihre ganz persönlichen Einblicke in die besonderen Momente ihres Schulalltags.

Michael Junghannß, angehender Grundschullehrer auf dem sächsischen Land, stand im Februar zum ersten Mal in seiner Lehrerlaufbahn vor einer elementaren und nicht zu unterschätzenden Aufgabe: dem Zeugnisschreiben. Wie es ihm dabei erging und was er sich außerdem als kleine Überraschung für seine Schülerinnen und Schüler ausgedacht hat, erfahrt ihr hier in seinem persönlichen Tagebucheintrag:

Liebes Tagebuch,

 

heute habe ich meine ersten Zeugnisse geschrieben. Das war gar nicht so einfach, denn in der ersten Klasse gibt es noch keine Noten. Stattdessen erhält jedes Kind in den Hauptfächern Deutsch, Sachunterricht und Mathematik eine schriftliche Einschätzung über seinen aktuellen Stand. Auch das individuelle Verhalten und die Integration in der Klasse werden bewertet.

 

Da ich das zum ersten Mal übernehmen durfte, war mein Respekt davor natürlich groß. Von meiner Kollegin habe ich ein Buch mit offiziellen Formulierungen erhalten und außerdem in meiner alten Seminargruppe gefragt, ob jemand seine Erfahrungen mit mir teilen und aushelfen möchte. Und siehe da: Eine Mentorin konnte tatsächlich ein paar gute Vorlagen mit mir teilen – natürlich anonymisiert. So konnte ich für meine Schülerinnen und Schüler (mit etwas Hilfe) tolle Halbjahresinformation erstellen. Für Mathematik hat meine Kollegin, die als Fachlehrerin arbeitet, ihre Einschätzungen abgegeben. Den verbleibenden Rest übernahm dann wieder ich – perfekte Teamarbeit also.

 

Doch das war noch nicht alles: Zusätzlich gab es eine Urkunde von mir, in der ich den Kindern mitteilte, wie stolz ich auf sie bin, denn die Halbjahresinformationen sind für die Schülerinnen und Schüler in der ersten Klasse logischerweise oft noch etwas unverständlich. Dazu gab es als kleines Geschenk für jedes Kind noch ein Päckchen Brausepulver für „prickelnde Ferien“. Der Wortwitz war womöglich für mich lustiger als für die Kinder, aber hey: Einen Versuch war es wert.

Meine erste Zeugnissituation war rückblickend natürlich herausfordernd, aber am Ende auch ein großer Spaß.

 

Nun freue ich mich schon auf die nächsten neuen Erfahrungen, die als Grundschullehrer auf mich warten!

Mit den Philosophen von morgen zusammenarbeiten

Dich faszinieren die großen Fragen der Menschheit? Du denkst gerne über den Sinn der Dinge nach und gräbst dich mit Begeisterung in komplexe Themen und Texte rein? Dann ist Ethik mit großer Wahrscheinlichkeit das richtige Lehramtsfach für dich.

3 Gründe für Ethik als Lehramtsfach

  1. Du hast es im Unterricht nur mit Naturtalenten zu tun. Kinder sind bereits von Natur aus Philosophen. Sie fasziniert und beschäftigt das Leben von klein an. Sie staunen über Erscheinungen und hinterfragen sie, wenn diese für sie nicht erklärbar sind. Sie stellen von sich aus bereits zahlreiche ethische Fragen zur Existenz, zum Wesen von Gut und Böse oder zu einem gelungenen Leben. Du hast es also leicht, sie für dein Fach zu begeistern, kannst gemeinsam mit ihnen philosophieren und sie dabei unterstützen, mögliche Antworten auf ihre Fragen zu finden.

  2. In Ethik gibt es kein „richtig“ und „falsch“. Als Ethiklehrerin oder -lehrer übernimmst du für die Schülerinnen und Schüler vor allem eine beratende Funktion. Du unterstützt sie dabei, ihre großen Fragen an die Welt für sich zu betrachten, gibst ihnen Impulse, öffnest Grenzen und sensibilisierst sie für andere Denkweisen – eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, die viele Türen öffnen und damit die Gemeinschaft weiterbringen kann.

  3. Der Unterricht steckt voller Überraschungen und bringt dich selbst weiter. Obwohl deine Schülerinnen und Schüler häufig noch keine Vorstellung vom Philosophiebegriff per se haben und der Unterricht mit ihnen sicherlich nicht auf dem fachlichen Niveau der Seminardiskussionen in der Uni sein wird, eröffnen ihre Fragestellungen mitreißende philosophische Gesprächsdimensionen. Du wirst erleben, dass auch in den Jüngsten dabei schon ganz viel Weisheit steckt und sie dich vermutlich öfter mit ihren Antworten verblüfft und nachdenklich zurücklassen

Das Ethikstudium

Das Lehramtsfach Ethik / Philosophie kannst du an allen drei Universitäten Sachsens studieren. Dresden und Leipzig bieten Studiengänge für die Schulformen Grundschule, Oberschule und Gymnasium; an der Universität Chemnitz kannst du Ethik / Philosophie für die Schulform Grundschule studieren. Grundsätzlich ist das Ziel dieses Faches, die Welt und dadurch die Rolle des Menschen in ihr zu verstehen. Das Studium teilt sich in die drei Bereiche Praktische Philosophie, Theoretische Philosophie und Fachdidaktik auf. Die praktische Philosophie dreht sich um die menschliche Praxis, also um Themen wie Politik, Ethik oder Recht. Die Inhalte sind unter anderem: zentrale Theorien der philosophischen Ethik, Willensfreiheit, Verantwortlichkeit und Gewissen, Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Weltreligionen.

Die theoretische Philosophie befasst sich mit dem Verständnis der Welt. Sie umfasst Teilbereiche wie Metaphysik, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie. Dazu zählen unter anderem: ethische, politische und sozialphilosophische Theorien in Geschichte und Gegenwart. Du wirst dich hier auch mit Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Theorien der Wahrheit und Objektivität, Philosophie des Geistes, Sprachphilosophie, Ontologie, Logik und Argumentationstheorie beschäftigen. Und du lernst mehr zu Phänomenologie, Hermeneutik, Pragmatismus, analytischer Philosophie, Konstruktivismus und Dialektik.

Schließlich wirst du im dritten Bereich, der Fachdidaktik, an das Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen herangeführt und lernst konkret, wie du Ethik später an deine Schülerinnen und Schüler vermitteln kannst. Du erhältst methodisches Wissen für die Planung, Durchführung und Auswertung deines Ethikunterrichts. Hier geht es also konkret um Inhalte, Lehr- und Lernziele und Medien sowie Vorbereitung, Gestaltung und Nachbereitung von Unterrichtseinheiten.

Welche Voraussetzungen musst du für das Studium der Ethik/ Philosophie erfüllen?

  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder Fachgebundene Hochschule bzw. Fachhochschulreife (Fachabitur) oder einen vergleichbaren Schulabschluss oder eine bestimmte berufliche Qualifikation 
  • Nachweis über Englischkenntnisse
  • Du solltest die Fähigkeit mitbringen, dich in komplexe Ideen einzuarbeiten.
  • Du solltest viel Freude an Textarbeit haben.
  • Analytische Fähigkeiten sind grundsätzlich von Vorteil.

Neugierig geworden?

Wir haben eine angehende Ethiklehrerin zu ihrem Studium befragt. Vor ihrem Blockpraktikum  hat uns Kim bereits erklärt, weswegen sie Sport und vor allem Ethik auf Lehramt studiert: „Ich habe meinen Gegenpol Philosophie, also das Schulfach Ethik, wo ich mich zurückziehen und viele Texte und große Gedanken lesen, diskutieren und weiterspinnen kann. Ich habe mir fest vorgenommen, als Lehrerin keine Menschen ändern zu wollen, sondern ihnen vor allem neue Perspektiven zu zeigen und zu eröffnen. Genau dafür sind meine beiden Fächer ideal geeignet.“ Ihr Traumberuf Lehrerin hat sich durch ihr Blockpraktikum nur bestätigt.

Hier  kannst du die persönlichen Erfahrungen von Kim nachlesen. Vielleicht können dir ihre Einblicke bei der Entscheidung helfen, ob Ethik / Philosophie das Richtige für dich ist!

Du bist dir noch unsicher, welches Fach wirklich zu dir passt? Dann mach jetzt unser Fächerquiz und finde dein Lieblingsfach.

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