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Aileen Lang Seiteneinsteigerinn als Sportlehrerin in Sachsen

„Auf die Plätze, fertig, los“ – Aileens Seiteneinstieg als Sportlehrerin  

Den Wink mit dem Zaunpfahl erhält Aileen im letzten Sommer. Schon längere Zeit merkt sie, dass sich beruflich etwas für sie verändern muss, – die studierte Sportwissenschaftlerin möchte ihre Persönlichkeit wieder mehr in ihre Arbeit einbringen, mehr mit Menschen in direkten Kontakt treten – da trifft sie in einem Leipziger Park einen befreundeten Lehrer. Gerade will Aileen Lang ihm schöne Ferien wünschen, da beginnt er von seiner Schule zu erzählen: „Aileen, wir brauchen Sportlehrerinnen!

„Wenn mir das Universum an diesem Punkt, an dem ich unbedingt eine Veränderung will, dieses Zeichen sendet,“, denkt sich Aileen, „pack ich die Gelegenheit beim Schopf.“ Gleich am nächsten Tag ruft sie deshalb bei der Schulleitung an und entwickelt mit dieser gemeinsam einen Plan: Erst einmal meldet sie sich für die Unterrichtsversorgung an. Hier arbeitet sie ein Vierteljahr als Vertretungslehrerin für Sport an einer Grundschule, weil diese ad-hoc jemanden braucht. Auf diese Weise in den Lehrerberuf hineinzuschnuppern sieht Aileen als gute Chance, um zu erkennen, in welche Richtung sie gehen möchte: „Das war eine besonders schöne Zeit, denn die Kleinen sind sehr herzlich und dankbar. Ich habe dann aber festgestellt, dass ich spezifischer arbeiten möchte, und das kann ich mit älteren Schülerinnen und Schülern besser.“

Ab März geht's richtig los für Aileen

Als die Stelle an der Grundschule nach den Winterferien offiziell ausgeschrieben wurde, beginnt Aileen deshalb zum Halbjahr an ihrer jetzigen Oberschule, wo sie im März auch ihre Ausbildung für Sport aufnimmt. Zwar fehlt Aileen ein Zweitfach, dass sie sich anerkennen lassen kann, momentan jedoch profitiert sie von der Gelegenheit, die Schule auch in Kunst unterstützen zu können. „Das war für mich bei meiner Entscheidung das i-Tüpfelchen!“

 

Ab März absolviert die 31-Jährige dann ihre pädagogische und didaktische Ausbildung, die schulpraktische Ausbildung an der Lehrerausbildungsstätte. Ihren Master in Rehabilitation und Prävention hat Aileen in Leipzig abgeschlossen, später noch eine Spezialisierung im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement und -förderung angeschlossen. Der Arbeitsort Schule war Aileen auch vor ihrem Seiteneinstieg nicht fremd: Bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber begleitete sie Schulungen, Workshops und Seminare mit Pädagogen und Pädagoginnen, Erzieherinnen und Erziehern sowie Kindern und Eltern in Schulen, Horten und Kindergärten.

Für die pädagogische Arbeit braucht es die passenden Scheine

Als sich das Unternehmen umstrukturierte, wechselte Aileen in den digitalen Bereich. Das Startup, für das sie arbeitete, entwickelte eine App zur therapeutischen Begleitung gemeinsam mit Physiotherapeutinnen und -therapeuten nach ärztlicher Behandlung. Dort widmete sich Aileen vermehrt der Gesundheitsförderung im Bereich Sporttherapie. Nach eineinhalb Jahren merkte sie jedoch, wie sehr ihr der persönliche Umgang mit Menschen fehlte.

 

Sie wollte wieder mehr im pädagogischen Bereich arbeiten. Doch obwohl sie in der Sportwissenschaft auch einige Pädagogikkurse besucht hatte, wird ihr davon nichts anerkannt, der Eintritt in den Bereich gestaltet sich knifflig. „Auch wenn ich in einige Bereiche super reinpasse, fehlt mir eben ein Schein.“ Bis zu dem schicksalsträchtigen Tag im letzten Sommer.

 

Seitdem weiß Aileen, welche Optionen ihr zum Seiteneinstieg, umgangssprachlich auch Quereinstieg genannt, in den Schuldienst offenstehen:

  • Die schulpraktische Ausbildung ausschließlich im Fach Sport: Da Aileen Lang einen Masterabschluss in Sportwissenschaften hat, muss sie in diesem Bereich lediglich die Themen nachholen, die ihr fehlen. Das sind in erster Linie Bildungswissenschaften, Psychologie und Schul- sowie Dienstrecht. Um diese Bereiche aufzuholen, muss sie ein Jahr lang einmal in der Woche ein Seminar besuchen. Den Rest der Woche arbeitet sie berufsbegleitend an ihrer Schule. Diese Form der Anerkennung des Seiteneinstiegs in einem Fach ist eine Alternative zum Vorbereitungsdienst und gilt nur in Sachsen.
  • Ergänzung des Zweitfaches: Da Aileen Lang kein zweites Fach studiert hat, könnte sie dies studieren (ihr Herz schlägt etwa für Kunst) und darin einen Abschluss erwerben. Wenn Sie einen Abschluss in einem zweiten Fach hätte, wäre der berufsbegleitende Vorbereitungsdienst über zwei Schulhalbjahre eine Option.
  • Fach und grundständiger Vorbereitungsdienst: Wenn Aileen einen Abschluss in einem zweiten Fach hätte, wäre es zudem möglich, direkt den grundständigen Vorbereitungsdienst innerhalb von drei Schulhalbjahren anzuschließen.
  • Option 4 wäre für Aileen eine wissenschaftliche Ausbildung innerhalb von vier bis fünf Semestern an einer lehrerbildenden Universität in Sachsen (Leipzig, Chemnitz oder Dresden) in bestimmten Fächern. Leider gibt es diese Option jedoch nicht für das Fach Kunst.

Aileen hat sich für die erste Version entschieden, macht also zunächst die schulpraktische Ausbildung im Bereich Sport. „Ich müsste mich sonst entscheiden, welches Zweifach ich studiere. Ich liebäugle zwar mit Kunst, das Nebenfach wird an der Universität Leipzig aber nicht in jedem Jahr angeboten.“

Pauken für und neben dem Unterrichten

Ab März bedeutet das für Aileen, ein Jahr lang einen Tag pro Woche Seminare in ihren jeweiligen Stamm- und Fachgruppen zu besuchen. Die übrigen vier Tage unterrichtet sie regulär in ihrer Schule. Zudem wird Aileens externer Mentor sie an ihrer Schule besuchen und in ihrem Unterricht hospitieren. Am Ende erwarten Aileen Lehrprüfungen und Hausarbeiten zu verschiedenen didaktischen, theoretischen und pädagogisch Fragestellungen.

 

Von der Ausbildung erhofft sich Aileen, als Lehrerin noch besser zu werden – mittels viel neuem Input in Sachen Methodik und Didaktik, vor allem aber auch durch konkretes Feedback. „Es gibt viele Stellschrauben und Tipps von erfahrenen Menschen, die schon lange in diesem Beruf arbeiten, das möchte ich aufsaugen wie ein Schwamm!“

Leipzig ist Aileens Wahlheimat, hier will sie bleiben

Dass Aileen sich für diesen Weg entschieden hat, liegt auch daran, dass ihr die Anerkennung als Sportlehrerin in Sachsen ausreiche, „weil ich gar nicht wegwill.“ Seit ihrem Studienbeginn 2010 lebt sie in Leipzig. „Ich liebe die Stadt, habe hier ein persönliches Netzwerk und einen Freundeskreis aufgebaut. Das macht es für mich so lebenswert“, schwärmt Aileen, „Deshalb zieht es mich auch in keine andere Stadt und deshalb möchte hier arbeiten.“

 

Worin Aileen ihre Vorteile als Seiteneinsteigerin im sächsischen Schuldienst sieht, lest ihr hier.

 

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